Ferrexpo Aktie: 17 Millionen Dollar Liquidität
Ferrexpo kämpft vor ukrainischen Gerichten um eine wichtige Lizenz, während Liquidität und Aktionärsvertrauen schwinden.

- Gerichtsanhörung zur entzogenen Explorationslizenz
- Drastischer Rückgang der liquiden Mittel
- Geplante Kapitalerhöhung als Rettungsanker
- Ermittlungen gegen Ex-CEO Zhevago
Die Uhr tickt für Ferrexpo. Seit Anfang Mai ist die Aktie vom Handel in London ausgesetzt, während dem Eisenerzproduzenten rasant das Geld ausgeht. Heute steht das Unternehmen vor ukrainischen Gerichten, um den Verlust einer wichtigen Bergbaulizenz abzuwenden. Es ist nur eine von vielen Baustellen in einem existenziellen Überlebenskampf.
Im Zentrum der heutigen Anhörung steht die Lagerstätte Galeschynske. Die ukrainischen Behörden haben die Explorationslizenz für das Projekt nördlich der aktiven Minen entzogen. Ferrexpo wehrt sich juristisch gegen diesen Schritt. Zwar hatte der Konzern die damit verbundenen Kosten bereits vor Jahren abgeschrieben, der Verlust der Rechte trifft die langfristige Ressourcenplanung dennoch hart.
Parallel dazu kämpft die Tochtergesellschaft Ferrexpo Poltava Mining an einer anderen Front. Ein lokales Gericht hatte kürzlich die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens angeordnet. Die Gruppe hat dagegen umgehend Berufung eingelegt.
Dramatischer Kapitalschwund
Die Aussetzung der Aktie am 1. Mai war ein drastischer, aber unvermeidbarer Schritt. Ferrexpo konnte den testierten Jahresbericht für 2025 nicht fristgerecht vorlegen. Der Grund ist simpel: Ohne eine gesicherte Finanzierung verweigern die Prüfer das Testat für die Unternehmensfortführung.
Ein geplantes Rettungspaket lässt derweil auf sich warten. Das Management versucht, eine dreistellige Millionen-Kapitalerhöhung durchzuziehen. Ohne diese frischen Mittel fehlen die Voraussetzungen, um den operativen Betrieb für die kommenden anderthalb Jahre aufrechtzuerhalten.
Ein Blick auf die Kassenlage zeigt den Ernst der Situation. Mitte April verfügte der Konzern nur noch über 17 Millionen US-Dollar an frei verfügbaren liquiden Mitteln. Ende 2024 lag dieser Wert noch bei über 100 Millionen Dollar. Erschwerend kommt hinzu, dass weitere Gelder bei der Schweizer MBaer Merchant Bank durch deren laufende Liquidation blockiert sind.
Der ukrainische Staat verschärft den Liquiditätsengpass zusätzlich. Behörden halten Mehrwertsteuer-Rückerstattungen in Höhe von rund 90 Millionen Dollar zurück. Fließt dieses Geld nicht und scheitert die Kapitalerhöhung, droht Ferrexpo bis Ende August die Zahlungsunfähigkeit. Um Barmittel zu schonen, verkaufte das Unternehmen kürzlich ein Transportschiff. Operativ läuft wegen der zerstörten ukrainischen Energieinfrastruktur ohnehin nur noch eine einzige Pelletieranlage.
Ermittlungen gegen den Ex-Chef
Als wäre die operative Lage nicht angespannt genug, rückt auch die Corporate Governance in den Fokus. Ein Kiewer Gericht genehmigte Ende April Voruntersuchungen gegen den ehemaligen CEO und Mehrheitsaktionär Kostyantyn Zhevago. Es geht um mutmaßliche Veruntreuung.
Diese juristischen Verstrickungen belasten das Vertrauen potenzieller Geldgeber massiv. Am 21. Mai tritt der Verwaltungsrat zur Hauptversammlung zusammen. Spätestens dort müssen die Verantwortlichen konkrete Ergebnisse zur geplanten Notfinanzierung präsentieren, um eine drohende Insolvenz abzuwenden.
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