Ferrexpo Aktie: 26 Prozent weniger Eisenerz-Exporte
Ferrexpo kämpft mit Exporteinbruch und ausgesetztem Handel. Milliardenhilfen für die Ukraine-Infrastruktur sollen die Logistik entlasten.

- Eisenerz-Exporte um 26 Prozent gesunken
- Handel an Börse seit Mai ausgesetzt
- Milliardenhilfen für ukrainische Infrastruktur
- Hauptversammlung ohne Jahresabschluss
Ferrexpo kämpft an mehreren Fronten. Während die Logistikwege in der Ukraine massiv unter Druck stehen, hofft der Eisenerz-Produzent auf internationale Milliardenhilfen für die Infrastruktur. An der Börse herrscht derweil Stillstand.
Exporte brechen massiv ein
Die Lage ist angespannt. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 sanken die nationalen Eisenerz-Exporte um 26 Prozent.
Insgesamt wurden in diesem Zeitraum nur noch rund zehn Millionen Tonnen transportiert. Europäische Stahlkocher fragen die Pellets von Ferrexpo zwar weiterhin nach. Aber die Wege zum Kunden sind blockiert.
Überlastete Häfen und geringe Kapazitäten bei der Bahn verhindern den Export. Sicherheitsrisiken erschweren den Transport zusätzlich. Ferrexpo ist auf stabile Schienennetze angewiesen, um seine internationalen Kunden zu erreichen.
Milliarden für den Wiederaufbau
Ein Hoffnungsschimmer kommt von der Ukraine Recovery Conference in Danzig. Dort wurden 160 Abkommen mit einem Gesamtwert von über zehn Milliarden Euro unterzeichnet. Diese Mittel sollen die wirtschaftliche Basis des Landes stabilisieren.
Ein zentraler Baustein ist der neue Ukraine Transport Support Fund. Außerdem fließen 3,2 Milliarden Euro aus EU-Mitteln vorrangig in die Sanierung von Energie- und Verkehrsnetzen. Ferrexpo benötigt diese Reparaturen dringend, um die hohen Logistikkosten zu drücken.
Hauptversammlung ohne Abschluss
Ende Juni fand in London die 19. Hauptversammlung statt. Die Tagesordnung war jedoch stark zusammengestrichen. Da der geprüfte Jahresabschluss für 2025 noch immer fehlt, gab es keine Abstimmung über den Geschäftsbericht.
Die Aktionäre befassten sich lediglich mit Routineangelegenheiten. Dazu gehörten die Wiederwahl einiger Direktoren und die Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien. Im Verwaltungsrat steht zudem ein Wechsel an: Vitalii Lisovenko geht nach neun Jahren in den Ruhestand.
Der Handel mit der Aktie an der Londoner Börse bleibt vorerst ausgesetzt. Diese Sperre besteht bereits seit Anfang Mai. Das Management benötigt schätzungsweise 100 Millionen Dollar an frischem Kapital. Diese Summe soll den Betrieb für die kommenden 18 Monate sichern.
Sobald die geprüften Finanzberichte vorliegen, plant die Geschäftsführung eine separate Versammlung für die Aktionäre. Erst dann kann das Unternehmen den Weg für eine Wiederaufnahme des Handels ebnen.
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