Ferrexpo Aktie: 27 Millionen Reserve bis Mitte September
Ferrexpo fehlen Mittel: Ohne rund 100 Millionen US-Dollar Finanzierung droht Mitte September Zahlungsunfähigkeit, während Rechtsstreit und Exportprobleme anhalten.

- Liquiditätsbedarf von rund 100 Millionen US-Dollar
- Nur 27 Millionen US-Dollar Barreserven
- 35,3 Milliarden Hryvnia Geldstrafe angefochten
- Schwarze-Meer-Angriffe stoppen Pellet-Verschiffungen
Das Überleben des britisch-ukrainischen Bergbaukonzerns Ferrexpo hängt zunehmend von der Beilegung politischer und rechtlicher Konflikte ab. Wie der geschäftsführende Vorsitzende des Unternehmens gegenüber der Financial Times erklärte, sieht sich der Konzern zu Unrecht in eine Auseinandersetzung zwischen dem ukrainischen Staat und seinem größten Anteilseigner, Kostyantyn Zhevago, hineingezogen.
Während die Verhandlungen mit den Behörden andauern, verschärft sich die finanzielle Lage des an der Londoner Börse notierten Pellet-Produzenten zusehends.
Finanzielle Reserven schwinden dramatisch
Medienberichten zufolge steht Ferrexpo vor einer kritischen Liquiditätsschwelle. Ohne die Sicherung einer neuen Finanzierung in Höhe von rund 100 Millionen US-Dollar droht dem Unternehmen bereits Mitte September die Zahlungsunfähigkeit.
Die Barreserven beliefen sich Ende Juni auf lediglich 27 Millionen US-Dollar. Erschwerend kommt hinzu, dass der Konzern auf die Rückerstattung von Mehrwertsteuerzahlungen in Höhe von etwa 90 Millionen US-Dollar durch die ukrainische Regierung wartet, die jedoch bislang ausbleiben.
Die angespannte Finanzlage wird durch rechtliche Auseinandersetzungen im Land weiter belastet. Vor rund zwei Wochen wurde bekannt, dass die ukrainischen Steuerbehörden gegen das Tochterunternehmen Poltava Mining eine Geldstrafe in Höhe von 35,3 Milliarden Hryvnia verhängt haben.
Der Vorwurf lautet auf Verstöße gegen Devisenkontrollvorschriften. Ferrexpo weist diese Anschuldigungen zurück und hat angekündigt, die Entscheidung vor Gericht anzufechten. Dieser Rechtsstreit ist Teil eines breiteren Drucks, unter dem das Unternehmen aufgrund der Ermittlungen gegen seinen Hauptaktionär steht.
Operative Blockade durch den Konflikt am Schwarzen Meer
Neben den juristischen Fronten leidet Ferrexpo unter massiven logistischen Problemen. Vor gut drei Wochen musste die Produktion von Eisenerz in den ukrainischen Werken vorübergehend eingestellt werden.
Grund hierfür waren gezielte Angriffe auf die Hafeninfrastruktur am Schwarzen Meer, welche die maritimen Exportwege unterbrachen. Laut Berichten der Nachrichtenagentur Reuters wurden zudem die Verschiffungen von Pellets gestoppt, nachdem es zu einem sicherheitsrelevanten Vorfall mit einem Handelsschiff gekommen war.
Die anhaltenden Störungen im Schiffsverkehr der Region um Odessa verhindern derzeit, dass der Konzern seine Produkte effektiv auf dem Weltmarkt absetzen kann.
Vor wenigen Tagen berichtete der Kyiv Independent, dass der Druck auf die Unternehmensgruppe unvermindert hoch bleibe, da die Entwicklungen in den Untersuchungen gegen Zhevago die operative Handlungsfähigkeit in London und der Ukraine gleichermaßen belasten.
Ferrexpo versucht derzeit, durch den Verkauf von Lagerbeständen kurzfristig Liquidität zu generieren, doch diese Maßnahme gilt angesichts des hohen Kapitalbedarfs als nicht ausreichend.
Das Unternehmen ist darauf angewiesen, dass entweder die blockierten Steuererstattungen freigegeben werden oder ein Durchbruch in den Gesprächen über eine externe Finanzierung erzielt wird, um den Betrieb über den September hinaus aufrechtzuerhalten.
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