Ferrexpo Aktie: 72 Prozent Produktionsrückgang

Die Aktie des ukrainischen Minenbetreibers bleibt an der Londoner Börse gesperrt. Grund sind fehlende geprüfte Jahreszahlen und ein massiver Produktionseinbruch.

Die Kernpunkte:
  • Handelsaussetzung in London verlängert
  • Geprüfter Jahresbericht für 2025 fehlt
  • Produktion bricht um 72 Prozent ein
  • Hauptversammlung mit lückenhafter Agenda

Ferrexpo kommt nicht zur Ruhe. Die Aktien des ukrainischen Eisenerzproduzenten bleiben an der Londoner Börse weiterhin vom Handel ausgesetzt. Die britische Finanzaufsicht FCA bestätigte die Fortführung der Suspendierung in der zweiten Juniwoche.

Der Stopp besteht bereits seit Anfang Mai. Ferrexpo konnte seine geprüften Jahreszahlen für 2025 nicht fristgerecht vorlegen. Vor der Aussetzung notierte das Papier bei rund 28,58 Pence.

Fehlendes Testat blockiert Börsenhandel

Das Problem liegt tief in der Bilanz. Ohne eine gesicherte Fortführungsprognose verweigern die Prüfer ihr Testat. Diese Bewertung hängt wiederum von einer geplanten Kapitalerhöhung ab.

Die unsichere Lage der ukrainischen Betriebe belastet die Kalkulation zusätzlich. Ende Juni steht nun die Hauptversammlung an. Wegen des fehlenden Geschäftsberichts bleibt die Tagesordnung jedoch lückenhaft.

Aktionäre stimmen lediglich über Routinefragen wie die Wiederwahl von Direktoren ab. Wichtige Punkte wie die Entlastung des Managements oder die Vergütung fehlen komplett. Vitalii Lisovenko verlässt nach neun Jahren das Gremium.

Produktion bricht massiv ein

Sobald der Bericht vorliegt, plant Ferrexpo eine separate Versammlung. Operativ kämpft der Konzern mit der zerstörten Energieinfrastruktur in der Ukraine. Im Februar lief lediglich eine von vier Pelletieranlagen wieder an.

Die Produktion brach im ersten Quartal massiv ein. Die Fördermenge sank auf 592.750 Tonnen Eisenerz-Pellets. Das entspricht einem Rückgang von 72 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Finanzielle Engpässe durch einbehaltene Steuergelder verschärfen die Situation. Die ukrainischen Behörden halten derzeit Mehrwertsteuer-Rückerstattungen von etwa 80 Millionen Dollar zurück. Die Stabilisierung der Stromversorgung bleibt die größte Hürde für den weiteren Hochlauf.

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