Ferrexpo Aktie: 86 Prozent Konzentrat-Einbruch
Ferrexpo verzeichnet massiven Produktionsrückgang von 54 Prozent. Logistikprobleme und ausbleibende Steuerrückzahlungen belasten das Geschäft.

- Eisenerzproduktion um 54 Prozent gesunken
- Konzentrat-Produktion bricht um 86 Prozent ein
- DR-Pellets verdoppeln sich auf 163.200 Tonnen
- Logistik und Steuerprobleme als Hauptbelastung
Der Bergbaukonzern Ferrexpo sieht sich in der ersten Jahreshälfte 2026 mit einem erheblichen Rückgang seiner operativen Leistung konfrontiert. Die Produktion von Eisenerzprodukten sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 54 Prozent auf insgesamt 1,55 Millionen Tonnen. Dieser Einbruch betrifft fast alle Sparten des Unternehmens und spiegelt die anhaltend schwierigen Bedingungen für die Rohstoffindustrie in der Ukraine wider.
Produktionszahlen im Detail: Rückgang bei Konzentrat und Pellets
Besonders deutlich fiel der Rückgang bei der Herstellung von Eisenerzkonzentrat aus. Diese brach im ersten Halbjahr um 86 Prozent auf lediglich 171.000 Tonnen ein. Auch das Kernprodukt des Konzerns, die Premium-Pellets, verzeichnete einen deutlichen Abwärtstrend: Hier sank das Volumen um 41 Prozent auf 1,22 Millionen Tonnen.
Einen gegensätzlichen Verlauf zeigten hingegen die sogenannten DR-Pellets (Direct Reduction), die in der modernen Stahlherstellung eine wichtige Rolle spielen. Die Produktion in diesem Segment konnte auf 163.200 Tonnen verdoppelt werden. Trotz dieses punktuellen Zuwachses bleibt die Gesamtbilanz des Halbjahres durch den starken Rückgang in den volumenstärkeren Bereichen geprägt.
Lichtblick im zweiten Quartal und strukturelle Hindernisse
Trotz der schwachen Halbjahreswerte zeichnete sich im zweiten Quartal 2026 eine kurzfristige Belebung ab. Die Produktion stieg in diesem Zeitraum im Vergleich zum ersten Quartal um 63 Prozent auf 963.400 Tonnen. Dennoch bleibt die Lage laut dem Interims-Vorsitzenden Lucio Genovese angespannt. Das Unternehmen sieht sich weiterhin mit massiven logistischen Einschränkungen und finanziellen Hürden konfrontiert.
Ein wesentliches Problem für die Liquidität des Konzerns stellt die ausbleibende Rückerstattung der Mehrwertsteuer dar. Medienberichten zufolge werden diese Zahlungen bereits seit März 2025 nicht mehr geleistet. Diese finanzielle Belastung erschwert die Planung und Durchführung notwendiger Investitionen sowie die Stabilisierung des laufenden Betriebs unter den aktuellen Bedingungen.
Marktumfeld und logistische Risiken
Die Entwicklung bei Ferrexpo steht im Kontext eines allgemein rückläufigen ukrainischen Rohstoffsektors. Nach Daten des staatlichen Zolldienstes und des GMK Centers sanken die gesamten Eisenerzexporte der Ukraine im ersten Halbjahr 2026 um 25,4 Prozent auf etwa 12,03 Millionen Tonnen. China bleibt zwar der größte Abnehmer für ukrainisches Erz, doch auch hier verzeichneten die Liefermengen einen Rückgang.
Zusätzlich zur schwächeren internationalen Nachfrage belasten Angriffe auf die Infrastruktur die Exportfähigkeit. Mitte Juli 2026 wurde die Hafeninfrastruktur in der Region Odessa erneut durch Raketenbeschuss beschädigt, was die logistischen Ketten für Schwergutexporte weiter unter Druck setzt. Für Ferrexpo bedeutet dies, dass die Erholung des zweiten Quartals nur dann nachhaltig sein kann, wenn die Transportwege stabil bleiben und die finanziellen Rahmenbedingungen, insbesondere im Bereich der Steuererstattungen, geklärt werden.
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