Ferrexpo Aktie: Anhörung in Poltawa

Ferrexpo kämpft gegen die drohende Insolvenz seiner ukrainischen Tochter. Der Aktienhandel in London ruht, die Liquidität schwindet.

Die Kernpunkte:
  • Anhörung zum Insolvenzverfahren in Poltawa
  • Aktienhandel in London weiter ausgesetzt
  • Barmittel reichen nur bis Oktober 2026
  • Kapitalerhöhung von 100 Millionen Dollar geplant

Ferrexpo steht vor einer Woche der Entscheidung. Der Eisenerzproduzent kämpft in der Ukraine gegen eine drohende Insolvenz seiner wichtigsten Tochtergesellschaft. Parallel dazu ruht der Handel mit den Aktien an der Londoner Börse weiterhin.

Berufung gegen den Bankrott

In den kommenden Tagen richten sich alle Augen auf das Handelsberufungsgericht in Poltawa. Dort findet die entscheidende Anhörung zum Insolvenzverfahren gegen Ferrexpo Poltava Mining statt. Ein erstinstanzliches Gericht hatte im Februar 2026 den Weg für den Bankrott der Kern-Einheit frei gemacht.

Hintergrund ist eine Forderung der Maxi Capital Group über rund 114 Millionen Dollar. Die Kläger berufen sich auf Garantien für eine längst geschlossene Bank. Ferrexpo bestreitet die Gültigkeit dieser Ansprüche vehement. Ein negatives Urteil könnte dazu führen, dass der Konzern die Kontrolle über seine zentralen Produktionsanlagen verliert.

Börsen-Aus in London dauert an

Währenddessen bleibt die Aktie in London vom Handel ausgeschlossen. Die britische Finanzaufsicht FCA bestätigte diesen Status am 21. Juli 2026 erneut. Grund für die Suspendierung ist der fehlende geprüfte Geschäftsbericht für das Vorjahr.

Ohne Klarheit im ukrainischen Insolvenzprozess können die Wirtschaftsprüfer die Überlebensfähigkeit des Konzerns nicht bestätigen. Eine Rückkehr an die Börse ist erst möglich, wenn die finanziellen Risiken rechtlich geklärt sind.

Liquidität am Limit

Das Geld wird derweil knapp. Aktuell verfügt Ferrexpo über frei verfügbare Barmittel von etwa 27 Millionen Dollar. Weitere Vermögenswerte liegen auf gesperrten Konten in der Schweiz, auf die das Unternehmen derzeit keinen Zugriff hat.

Die vorhandenen Reserven reichen nach internen Prognosen nur bis zum Beginn des vierten Quartals 2026. Um den Betrieb zu sichern, plant der Vorstand eine Kapitalerhöhung von mindestens 100 Millionen Dollar. Ein Erfolg dieser Maßnahme gilt unter den aktuellen Bedingungen jedoch als unsicher.

Operativer Druck und blockierte Gelder

Hinzu kommen schwierige Bedingungen vor Ort. Durch den Krieg ist die Infrastruktur schwer beschädigt. Von ehemals vier Produktionslinien für Pellets ist derzeit nur eine einzige in Betrieb.

Zusätzlichen Druck erzeugt der ukrainische Staat. Behörden halten Mehrwertsteuer-Rückerstattungen in Höhe von rund 90 Millionen Dollar zurück. Kleinere Verkäufe wie der des Frachtschiffs „Iron Destiny“ für 7,7 Millionen Dollar lindern die Not nur kurzfristig.

Das Schicksal des Unternehmens hängt nun massiv vom Urteil in Poltawa ab. Ohne rechtliche Sicherheit und frisches Kapital steht die Zukunft der gesamten Gruppe auf dem Spiel.

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