Ferrexpo Aktie: BlackRock greift zu?

Der Vermögensverwalter hält fünf Prozent der Ferrexpo-Stimmrechte; eine Kapitalerhöhung und neue Großinvestoren prägen die Eigentümerstruktur.

Die Kernpunkte:
  • BlackRock erreicht fünf Prozent der Stimmrechte
  • Kapitalerhöhung über rund 100 Millionen US-Dollar
  • Verevskyi sagte 50 Millionen US-Dollar zu
  • Ferrexpo nahm eine Pelletlinie wieder in Betrieb

Der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock hat sein Engagement beim Rohstoffkonzern Ferrexpo aufgestockt. Aus einer Pflichtmitteilung geht hervor, dass der Investor die meldepflichtige Schwelle von genau 5,00 Prozent der Stimmrechte erreicht hat. Die Position setzt sich aus einem direkten Aktienanteil von 1,34 Prozent sowie weiteren 3,66 Prozent über Finanzinstrumente und Differenzkontrakte zusammen.

Dieser Schritt fällt in eine Phase tiefgreifender Veränderungen im Aktionärskreis des Unternehmens. Nach massiven Verwerfungen im Zuge des Kriegs in der Ukraine und Handelsaussetzungen notiert das Papier im deutschen Handel wieder, schloss am Donnerstag jedoch bei 0,3340 Euro. Seit dem Jahresanfang summieren sich die Einbußen auf 63 Prozent.

Umstrukturierung des Aktionärskreises

Die Aufstockung durch BlackRock erfolgt vor dem Hintergrund einer umfassenden Neuordnung der Eigentümerstruktur. Das Unternehmen brachte eine Eigenkapitalerhöhung im Gesamtvolumen von rund 100 Millionen US-Dollar auf den Weg, bei der insgesamt 448,8 Millionen neue Aktien zu je 16,5 Pence ausgegeben wurden. Durch die Ausgabe neuer Papiere erhöhte sich das ausgegebene Aktienkapital auf 1.062.816.440 Stammaktien.

Ein wesentlicher Teil dieser Neuausrichtung geht auf Großinvestoren zurück. Laut Bloomberg sicherte sich der ukrainische Geschäftsmann Andriy Verevskyi mit einer Zusage über 50 Millionen US-Dollar ein Paket von 224,4 Millionen neuen Aktien. Zudem wurde eine unbesicherte Kreditfazilität über 15 Millionen US-Dollar mit dem Großaktionär Fevamotinico durch Verrechnung mit Zeichnungsbeträgen der Kapitalerhöhung abgelöst.

Operativer Betrieb unter schwierigen Vorzeichen

Für den Konzern sind die finanziellen Mittel entscheidend, um den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten. Ferrexpo hatte vor rund zwei Wochen die Produktion auf einer Pelletlinie wieder aufgenommen, nachdem der Zufluss frischer Mittel gesichert war. Zuvor hatten Bedrohungen von Exportrouten über das Schwarze Meer und die Notwendigkeit zur Schonung des Betriebskapitals zu erheblichen Einschränkungen geführt.

Die Beteiligung von institutionellen Großinvestoren wie BlackRock zeigt, dass der Rohstoffproduzent trotz der extremen operativen Risiken weiterhin Aufmerksamkeit im Markt bindet. Für Marktteilnehmer bleibt die Lage dennoch anspruchsvoll, da die künftige Entwicklung maßgeblich von den Transportkorridoren und der Stabilität der ukrainischen Produktionsstandorte abhängt.

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