Ferrexpo Aktie: Handelsstopp bis Juli 2026

Der ukrainische Eisenerzproduzent Ferrexpo bleibt an der Londoner Börse gesperrt, da geprüfte Jahresabschlüsse fehlen. Die Tochter-Insolvenz und Produktionseinbrüche belasten das Unternehmen zusätzlich.

Die Kernpunkte:
  • Aktienhandel in London seit Mai gestoppt
  • Jahresbericht 2025 liegt noch nicht vor
  • Produktion von DR-Pellets verdoppelt
  • Gesamtförderung um über die Hälfte gesunken

Die Ungewissheit für die Aktionäre von Ferrexpo zieht sich bis in die letzte Juli-Woche 2026. Seit Mai sind die Papiere des ukrainischen Eisenerzproduzenten in London eingefroren. Der Grund ist eine regulatorische Sackgasse, die das Unternehmen zunehmend lähmt.

Stillstand durch Tochter-Insolvenz

Die Wirtschaftsprüfer kommen beim Jahresbericht für 2025 nicht voran. Ohne dieses Testat bleibt die Londoner Börse für den Wert gesperrt. Das Hauptproblem liegt in der Ukraine: Dort läuft ein Insolvenzverfahren gegen die wichtigste Tochtergesellschaft Poltava Mining. Ein eingesetzter Verwalter bremst derzeit den Informationsfluss aus dem Kriegsgebiet.

Die britische Finanzaufsicht FCA wird die Aussetzung wohl erst aufheben, wenn geprüfte Zahlen vorliegen. Das verdeutlicht die massiven operativen und rechtlichen Hürden für den Bergbaukonzern im Kriegszustand.

Fokus auf grünen Stahl

Operativ versucht der Konzern die Flucht nach vorn. Im ersten Halbjahr 2026 verdoppelte Ferrexpo die Produktion seiner hochwertigen DR-Pellets auf gut 163.000 Tonnen. Diese Spezialprodukte sind für die klimafreundliche Stahlherstellung essenziell. Damit will das Unternehmen die Beziehungen zu Premium-Abnehmern in Europa und Nahost sichern.

Die Gesamtproduktion brach parallel dazu massiv ein. Sie sank im Vorjahresvergleich um rund 54 Prozent auf 1,56 Millionen Tonnen. Derzeit läuft nur eine von vier Produktionslinien.

Politischer Druck aus Österreich

Zusätzliche Belastung droht durch eine parlamentarische Untersuchung in Österreich. Dort prüfen Abgeordnete die Geschäftsaktivitäten von Großaktionär Konstantin Zhevago. Im Fokus stehen Vorwürfe zur Preisgestaltung und der Besitz von Luxusimmobilien. Zudem werfen Verluste bei Logistik-Töchtern Fragen auf, da sie nicht zur Marktposition des Konzerns passen.

Kampf um Liquidität

Die finanzielle Lage bleibt angespannt. Um frisches Geld zu beschaffen, verkaufte Ferrexpo das Transportschiff „Iron Destiny“ für netto 7,7 Millionen US-Dollar. Parallel dazu fehlen dem Konzern Steuerrückerstattungen aus der Ukraine. Eine Bankliquidation in der Schweiz kostete das Unternehmen außerdem Reserven in Höhe von drei Millionen Dollar.

An der London Stock Exchange notierte die Aktie zuletzt am 1. Mai 2026 bei 28,58 GBX. Sollte der Handel jemals wieder aufgenommen werden, liegt das Augenmerk auf dem Mehrjahrestief. Die Marke von 27,20 GBX gilt derzeit als wichtigster technischer Boden für das Papier.

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