Ferrexpo Aktie: Kapitalerhöhung über 100 Millionen platziert
Ferrexpo sichert rund 100 Millionen Dollar für den Neustart ukrainischer Anlagen, doch schwache 2025er Zahlen zeigen den Finanzdruck.

- Neue Aktien zu 16,5 Pence ausgegeben
- Verevskyi übernimmt Hälfte der Emission
- 2025er Umsatz sinkt auf 787 Millionen Dollar
- Aktionärsvotum am 21. September geplant
Ferrexpo nimmt eine entscheidende Hürde auf dem Weg zur Stabilisierung: Die Kapitalerhöhung über rund 100 Millionen Dollar ist platziert, neue Aktien wurden zu 16,5 Pence ausgegeben. Damit steht der genaue Preis fest, zu dem der ukrainische Eisenerzförderer frisches Geld einsammelt – ein Abschlag von 42,3 Prozent gegenüber dem Kursniveau vom 30. April.
Verevskyi und Fevamotinico tragen die Emission
Die Hälfte der Emission, etwa 50 Millionen Dollar, stammt von Andrij Verevskyi, dem Eigentümer des Agrarkonzerns Kernel. Er erhält dafür 224,4 Millionen neue Aktien. Weitere 40 Prozent des Volumens übernimmt Fevamotinico, die Investmentgesellschaft des Ferrexpo-Gründers Kostjantin Zhevago. Damit bleibt die Kontrolle über die Kapitalmaßnahme in den Händen zweier ukrainischer Unternehmer, die dem Konzern schon zuvor nahestanden.
Die Aktionärsversammlung, die der Kapitalerhöhung formal zustimmen muss, ist für den 21. September angesetzt. Bereits einen Tag später, am 22. September, soll der Handel mit Ferrexpo-Aktien an der Londoner Börse wieder aufgenommen werden. Der Erlös ist zweckgebunden: Er soll den Wiederanlauf der Eisenerz-Aufbereitungsanlagen in der Ukraine finanzieren, die durch Kriegsfolgen und Logistikprobleme phasenweise stillstanden.
Geschäftszahlen offenbaren das Ausmaß der Krise
Wie dringend frisches Kapital benötigt wird, zeigen die Zahlen für 2025. Der Umsatz sank auf 787 Millionen Dollar, ein Rückgang von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Das EBITDA brach auf 28 Millionen Dollar ein, weniger als die Hälfte des Vorjahreswerts. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 223,9 Millionen Dollar. Die Pelletproduktion fiel auf 3,22 Millionen Tonnen – ein Minus von 47 Prozent.
Diese Einbrüche erklären, warum die Emission mit einem so deutlichen Abschlag zum Aprilkurs erfolgen musste: Investoren verlangten einen Preis, der die operative Schwäche und die anhaltende Unsicherheit rund um Produktion und Logistik widerspiegelt.
Die Beteiligung Verevskyis und Fevamotinicos signalisiert dennoch, dass zentrale Anteilseigner an eine Fortführung des Geschäfts glauben – zumindest in einem Umfang, der die Wiederaufnahme des Grubenbetriebs rechtfertigt.
Was der Zeitplan für Anleger bedeutet
Für Aktionäre markiert der 21. September den entscheidenden Termin: Erst mit ihrer Zustimmung wird die Kapitalerhöhung wirksam, erst danach kann die Notierung in London wieder aufleben. Bis dahin bleibt der Handel mit der Aktie ausgesetzt, sodass sich der Markt kein aktuelles Bild über die Kursreaktion machen kann.
Die kommenden Wochen entscheiden damit nicht nur über die Finanzierung des Unternehmens, sondern auch darüber, wie der Markt die neue Aktionärsstruktur und die operative Kehrtwende bewertet, sobald der Handel wieder anläuft.
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