Ferrexpo Aktie: Liquidität am Limit!
Ferrexpo weist 1.046.985.626 Stimmrechte aus; Krieg, schwache Halbjahreszahlen und ausstehende Steuererstattungen belasten die Finanzlage.

- 448.848.484 neue Stammaktien gebilligt
- BlackRock unterschreitet die Fünf-Prozent-Schwelle
- Halbjahresumsatz sinkt um 57 Prozent
- Steuerforderung übersteigt Barmittel deutlich
Am Mittwoch informierte Ferrexpo über die aktualisierte Stimmrechtsstruktur. Nach der Ausgabe neuer Aktien belaufen sich die gesamten Stimmrechte auf 1.046.985.626. Damit schafft das Unternehmen formale Transparenz über die Eigentumsverhältnisse nach der jüngsten Rekapitalisierung. Ein kleinerer Teil der ausgegebenen Papiere verbleibt dabei als eigene Anteile im Bestand der Gesellschaft.
Vor rund zwei Wochen billigte die Hauptversammlung die Emission von 448.848.484 neuen Stammaktien, seither legte die Notierung um 8,2 Prozent zu. Die Zuteilung zog umgehend Verschiebungen im Aktionariat nach sich. So gab BlackRock bekannt, die Meldeschwelle von 5 Prozent unterschritten zu haben, während Andrii Verevskyi nach der Neuzulassung der Papiere den Erwerb von Stimmrechten meldete und eine Meldeschwelle überschritt.
Operative Belastungen durch Krieg und Energieengpässe
Die Neugestaltung der Eigenkapitalbasis fällt in eine für den Bergbaukonzern extrem fordernde Phase. Anhaltende Beeinträchtigungen der ukrainischen Infrastruktur, Beschränkungen im Transportwesen sowie hohe Energiekosten belasten die Betriebsabläufe schwer. Wegen der begrenzten Stromversorgung und des knappen Betriebskapitals sah sich das Management veranlasst, die Aktivitäten an den Förderstätten spürbar zu drosseln.
Die Zahlen für das erste Halbjahr 2026 belegen die Tiefe dieser Einschnitte. Der Umsatz brach im Vorjahresvergleich um 57 Prozent auf 196 Millionen US-Dollar ein. Auf operativer Ebene fiel ein bereinigter EBITDA-Verlust von 4 Millionen US-Dollar an. Auch unter dem Strich verblieb ein Nachsteuerverlust, nachdem das Produktionsvolumen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als die Hälfte eingebrochen war.
Blockierte Rückerstattungen belasten Liquidität
Neben den kriegsbedingten Betriebsausfällen drückt vor allem die finanzielle Situation auf die Handlungsfähigkeit. Das Unternehmen leidet unter der anhaltenden Aussetzung staatlicher Mehrwertsteuererstattungen in der Ukraine. Diese Verzögerungen binden liquide Mittel, die für den laufenden Geschäftsbetrieb und dringende Instandhaltungen fehlen.
Zum Stichtag Ende Juni bezifferte Ferrexpo die entsprechende Nettoforderung gegenüber den ukrainischen Behörden auf 82,7 Millionen US-Dollar. Die verfügbaren Barmittel beliefen sich zu diesem Zeitpunkt auf rund 30 Millionen US-Dollar. Die offenen Steuerforderungen übersteigen die Barmittelbestände damit um mehr als das Doppelte.
Für die Marktteilnehmer bleibt die Lage daher von erheblicher Unsicherheit geprägt. Solange die kriegsbedingten Störungen anhalten und die Erstattung der Steuerguthaben ausbleibt, bleibt der finanzielle Spielraum eng begrenzt. Entsprechend vorsichtig agieren die Investoren an den Handelsplätzen.
Schwache Jahresentwicklung an den Börsen
Am Aktienmarkt spiegelt sich die angespannte Gesamtsituation deutlich wider. Am Freitag ging die Aktie bei 0,3724 Euro aus dem Handel. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier einen Rückgang von 58 Prozent. Mit diesem Kursniveau liegt die Notierung 64 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.
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