Ferrexpo Aktie: Massive Liquiditätsnot

Der Eisenerzproduzent Ferrexpo warnt vor akuter Liquiditätsnot. Die Barreserven reichen nur noch bis Juni 2026, während blockierte Steuerrückzahlungen die Lage verschärfen. Eine Aktienemission wird geprüft.

Die Kernpunkte:
  • Liquidität reicht nur noch bis Ende Juni 2026
  • Ukraine blockiert 80 Millionen Dollar Steuerrückzahlungen
  • Prüfung einer verwässernden Kapitalerhöhung
  • Kurs stürzt auf neues 52-Wochen-Tief ab

Der Eisenerzproduzent Ferrexpo kämpft derzeit an mehreren Fronten mit akuten finanziellen Engpässen. Eine drastische Warnung zur schwindenden Liquidität und die drohende Ausgabe neuer Aktien haben eine Flucht aus dem Papier ausgelöst. Während die Barreserven nur noch für wenige Monate reichen, blockiert der ukrainische Staat weiterhin dringend benötigte Steuerrückzahlungen in Millionenhöhe.

Alarmierender Mittelabfluss

Auslöser für den massiven Kursrutsch war ein ungeschöntes Update zur Kassenlage. Das Management schätzt, dass die verfügbaren Mittel nur noch bis mindestens Ende Juni 2026 ausreichen. Ende März belief sich die Liquidität auf 35 Millionen US-Dollar, ein deutlicher Rückgang gegenüber den 47 Millionen US-Dollar zum Jahresende 2025. Nach Abzug blockierter Gelder bei der MBaer Merchant Bank sind davon lediglich 22 Millionen US-Dollar frei zugänglich.

Um den laufenden Betrieb zu sichern, prüft das Unternehmen nun verschiedene Finanzierungsoptionen. Eine Kapitalerhöhung steht im Raum, was den Wert der bestehenden Anteile verwässern würde. Eine Erfolgsgarantie für den Abschluss einer solchen Finanzierung gibt es laut Unternehmensangaben ausdrücklich nicht.

Die Reaktion der Anleger auf diese Aussichten fiel heftig aus. Am Donnerstag rutschte der Kurs auf ein neues 52-Wochen-Tief von 36,50 Pence ab. Bereits am Vortag hatte das Papier über elf Prozent an Wert verloren, begleitet von einem Handelsvolumen, das den üblichen Tagesdurchschnitt um mehr als 900 Prozent überstieg.

Blockierte Gelder und operativer Sparkurs

Erschwert wird die finanzielle Lage durch einen anhaltenden politischen Konflikt. Die Ukraine hält weiterhin Mehrwertsteuerrückerstattungen zurück, die sich bis Ende März auf voraussichtlich 80 Millionen US-Dollar summiert haben. Diese Sperre, die seit Anfang 2025 besteht, geht auf persönliche Sanktionen gegen den Mehrheitsaktionär zurück. Ferrexpo warnt vor wesentlichen negativen Konsequenzen für den gesamten Konzern, sollte dieser Knoten nicht rechtzeitig platzen.

Operativ läuft der Betrieb nach kriegsbedingten Unterbrechungen der Energieinfrastruktur im Januar derzeit nur auf Sparflamme. Aktuell ist lediglich eine einzige Pellet-Linie in Betrieb. Strikte Kostensenkungen bei Arbeitszeiten, Beschaffung und Investitionen sollen den Mittelabfluss so weit wie möglich bremsen.

Die kommenden Wochen bringen zwei konkrete Termine, die weitere Details zur finanziellen Stabilität liefern werden. Am 14. April veröffentlicht Ferrexpo die operativen Ergebnisse für das erste Quartal 2026. Bis spätestens 30. April folgt der verzögerte Jahresabschluss für 2025. Anleger werden bei diesen Veröffentlichungen gezielt auf Fortschritte bei der geplanten Kapitalbeschaffung sowie auf mögliche Bewegungen im Streit um die blockierten Steuergelder achten.

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