Ferrexpo Aktie: Minen stillgelegt wegen Stromausfällen

Ferrexpo legt Produktion wegen instabiler Stromversorgung in der Ukraine auf Eis. Liquiditätsengpässe und fallende Eisenerzpreise verschärfen die Krise des Konzerns.

Die Kernpunkte:
  • Minenstillstand wegen Stromnetz-Problemen
  • Eisenerzpreise auf Drei-Wochen-Tief
  • Liquiditätspolster schrumpft auf 17 Mio. Dollar
  • Insolvenzverfahren für Tochtergesellschaft droht

Ferrexpo zieht in der Ukraine die Reißleine. Der Eisenerzproduzent setzt seine Minen still, weil das regionale Stromnetz nach neuen Angriffen nicht mehr genug Energie für verlässliche Industrieproduktion liefert. Für ein Unternehmen, das ohnehin unter Liquiditätsdruck steht, kommt der Stillstand zur Unzeit.

Stromausfall trifft die Produktion

Die Minen bleiben so lange außer Betrieb, bis das Netz wieder ausreichend Strom für einen nachhaltigen Betrieb liefern kann. Die eigenen Anlagen von Ferrexpo sind nach Unternehmensangaben intakt. Verletzte oder Todesfälle unter den Beschäftigten gab es im Zusammenhang mit den jüngsten Angriffen nicht.

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Vor dem kompletten Stopp hatte Ferrexpo noch versucht, mit Zwischenprodukt-Beständen und zeitweise verfügbarem Strom eine begrenzte Produktion aufrechtzuerhalten. Das reicht nun nicht mehr. Ein Teil der Belegschaft wird beurlaubt, um Kosten zu senken und Liquidität zu schonen.

Der Standortfaktor Ukraine bleibt damit der zentrale Belastungsfaktor. Nicht die Qualität der Lagerstätten ist das Problem, sondern die Verlässlichkeit von Energieversorgung und Logistik in der Region Poltawa.

Eisenerzpreis erhöht den Druck

Der Produktionsstopp trifft auf einen schwächeren Weltmarkt. Eisenerz-Futures fielen am 21. Mai auf rund 790 Yuan je Tonne und damit auf den niedrigsten Stand seit etwa drei Wochen.

Der Preisrückgang hat klare Gründe. Große Anbieter aus Australien und Brasilien liefern mehr Material, wodurch die Lagerbestände in chinesischen Häfen um mehr als 4 Millionen Tonnen gestiegen sind. Auf der Nachfrageseite bremsen hohe Vorräte bei Stahlwerken und die schwache Bauaktivität in China.

Für Ferrexpo ist das besonders unangenehm. Das Unternehmen produziert hochwertige Eisenerzpellets, doch fallende Referenzpreise engen den Spielraum ein. Hohe Energiekosten und gestörte Transportwege lasten zusätzlich auf dem Geschäftsmodell.

Liquidität bleibt der Engpass

Finanziell bleibt die Lage angespannt. Ferrexpo verfügte zuletzt über eine netto zugängliche Cash-Position von rund 17 Millionen Dollar. Gelder bei einer Bank, der jüngst die Lizenz entzogen wurde, sind dabei nicht eingerechnet.

Zur Stärkung der kurzfristigen Liquidität verkaufte der Konzern das Umschlagschiff „Iron Destiny“ für netto 7,7 Millionen Dollar. Das verschafft Luft, löst aber das Grundproblem nicht.

Ferrexpo braucht nach eigenen Angaben mindestens 100 Millionen Dollar frisches Kapital, um den Betrieb über Ende August hinaus aufrechterhalten zu können. Weil diese Finanzierung bislang nicht steht und der geprüfte Abschluss für 2025 nicht veröffentlicht wurde, bleiben die Aktien an der Londoner Börse vom Handel ausgesetzt.

Hinzu kommt eine juristische Baustelle. In der Ukraine sollen Ende Mai Insolvenzverfahren zur wichtigsten Tochtergesellschaft verhandelt werden. Der Ausgang dürfte den finanziellen Handlungsspielraum des Konzerns unmittelbar prägen: Ohne Strom, frisches Kapital und rechtliche Stabilität bleibt eine Rückkehr zur Produktion schwer planbar.

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