Ferrexpo Aktie: Neue Aktien am 22. September zugelassen
Ferrexpo erhält durch die Kapitalmaßnahme rund 100 Millionen US-Dollar, während 448,8 Millionen neue Aktien die bisherigen Anteile stark verwässern.

- Londoner Handelszulassung für Dienstag geplant
- Kapitalmaßnahme bringt rund 100 Millionen US-Dollar
- 448,8 Millionen neue Aktien ausgegeben
- Produktion auf einer Pelletlinie wieder aufgenommen
Die Rückkehr an den regulären Londoner Markt biegt für Ferrexpo auf die Zielgerade ein. Nachdem die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA die Wertpapiere des Rohstoffkonzerns am 7. September wieder in die offizielle Liste aufgenommen hat, folgt in Kürze der nächste Schritt. Am kommenden Dienstag, 22. September, sollen die neuen Stammaktien aus der vorangegangenen Kapitalmaßnahme an der London Stock Exchange zum Handel zugelassen werden.
Anleger blicken damit auf den formalen Abschluss einer Transaktion, die das Eigentümergefüge nachhaltig verändert. Am Freitag ging die Aktie im europäischen Handel mit einem Minus von 2,0 Prozent bei 0,3204 Euro aus dem Markt. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier damit einen Rückgang von 64 Prozent.
Umfassende Verwässerung und frisches Kapital
Im Zuge der Barkapitalerhöhung flossen dem Eisenerzproduzenten brutto rund 100 Millionen US-Dollar zu. Insgesamt wurden 448,8 Millionen neue Stammaktien ausgegeben. Die Ausgabe gliederte sich in eine Platzierung von 269,3 Millionen Papieren und eine gesonderte Zeichnungstranche über 179,5 Millionen Anteile. Der Ausgabepreis lag jeweils bei 16,5 Pence.
Das neu geschaffene Aktienpaket entspricht rund 73,1 Prozent des vor der Maßnahme bestehenden Grundkapitals. Entsprechend deutlich fällt die Verwässerung der bisherigen Bestandsaktionäre aus.
Ein wesentlicher Teil des Volumens entfällt auf den ukrainischen Unternehmer Andriy Verevskyi, der eine Zusage über 50 Millionen US-Dollar beisteuerte und 224,4 Millionen Aktien übernimmt. Der bisherige Großaktionär Fevamotinico Sarl zeichnete 179,54 Millionen neue Anteilscheine.
Zur Überbrückung der Liquidität hatte der Großaktionär vor über einem Monat ein unbesichertes Darlehen über 15 Millionen US-Dollar bereitgestellt. Der Kredit mit einer Laufzeit von zwölf Monaten und einem Zinssatz von 9,75 Prozent soll nach der Zulassung der neuen Aktien mit dessen Zeichnungsverpflichtung verrechnet werden.
Operativer Betrieb läuft eingeschränkt
Die Liquiditätsspritze dient vorrangig der Sicherung des laufenden Geschäftsbetriebs in der kriegserschütterten Ukraine. Dort hatte Ferrexpo den Betrieb Anfang August vorübergehend gestoppt. Grund dafür waren akute Angriffsdrohungen rund um ukrainische Seehäfen, die den Export über das Schwarze Meer blockierten. Zudem sollte das verfügbare Betriebskapital geschont werden.
Parallel zur Wiederaufnahme des Börsenhandels am 7. September nahm das Unternehmen die Förderung auf einer einzelnen Pelletlinie wieder auf. Mit dem Teilbetrieb arbeitet der Konzern schrittweise daran, den Logistikschnittstellen wieder verlässliche Frachtmengen zuzuführen.
Für das Unternehmen bringt die Notierung der neuen Anteile finanzielle Luft, um die anspruchsvolle Logistik unter Kriegsbedingungen aufrechtzuerhalten. Durch die Ausgabe der Papiere zu 16,5 Pence, was einem deutlichen Abschlag zum vor der Handelsaussetzung notierten Kurs entsprach, zahlt die Aktionärsbasis dafür jedoch einen hohen Preis in Form massiv verwässerter Anteile.
Ob die operative Stabilisierung auf einer Produktionslinie ausreicht, um wieder dauerhaft Erträge zu erwirtschaften, bleibt die entscheidende Bewährungsprobe für die kommenden Monate.
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