Ferrexpo Aktie: Pellet-Produktion kollabiert!

Engpässe bei Transport und Liquidität drücken Ferrexpos Fördermenge; eine mögliche Handelsfinanzierung ist weiterhin ungewiss.

Die Kernpunkte:
  • Quartalsproduktion sinkt auf 779.975 Tonnen
  • Neunmonatsmenge liegt 54 Prozent niedriger
  • Direktreduktionspellets legen im Jahresverlauf zu
  • Handelsfinanzierung bleibt eine offene Möglichkeit

Gestern legte der Eisenerzpellet-Produzent Ferrexpo seine Förderzahlen für das dritte Quartal 2026 vor. Die kommerzielle Produktion sank im Vergleich zum Vorquartal um 19 Prozent auf 779.975 Tonnen. Neben einer vorübergehenden Unterbrechung der Betriebsabläufe machten dem Konzern vor allem knappe Barmittel und logistische Engpässe zu schaffen.

Logistische Engpässe und Liquiditätsdruck belasten

In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 summierte sich die kommerzielle Fördermenge auf 2.336.135 Tonnen. Das entspricht einem Einbruch um 54 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Medienberichten zufolge erschweren der eingeschränkte Zugang zu ukrainischen Häfen sowie ausstehende Mehrwertsteuerrückerstattungen die Ausweitung der industriellen Aktivitäten. Beim Pelletaustoß verzeichnete das Unternehmen im dritten Quartal ein Minus von 24 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal.

Trotz der deutlichen Bremsspuren in der Gesamtförderung gab es eine selektive Stütze im Sortiment: Die Herstellung von Pellets für das Direktreduktionsverfahren verzeichnete im bisherigen Jahresverlauf einen kräftigen Zuwachs.

Verzögerungen bei der Handelsfinanzierung

Zusätzliche Hürden zeigen sich beim Warentransport über das Schwarze Meer. Die dortigen Störungen verzögern nach Unternehmensangaben die Ausarbeitung endgültiger Verträge für eine potenzielle, besicherte Handelsfinanzierung. Ob diese Vereinbarung überhaupt zustande kommt, bezeichnete Ferrexpo als nicht gesichert.

Eine Entlastung im operativen Ablauf brachte zuletzt die Wiederaufnahme des Betriebs auf einer einzelnen Produktionslinie im September, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete. Dem ging die Beschaffung von Finanzmitteln im Volumen von 100 Millionen US-Dollar voraus.

Zurückhaltung am Aktienmarkt

An den Börsen reagierten die Marktteilnehmer verhalten auf die operativen Daten. Am Mittwoch verzeichnete das Papier einen Tagesverlust von 1,7 Prozent und ging bei 0,3632 Euro aus dem Handel.

Auf Jahressicht wiegen die anhaltenden Risiken für die Förderstätten und Vertriebswege schwer: Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust der Aktie auf 59 Prozent. Für eine dauerhafte Stabilisierung der Förderung bleibt die Lösung der logistischen Transportengpässe der bestimmende Faktor.

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