Ferrexpo Aktie: Produktion stark gesunken

Ferrexpo verzeichnet drastische Produktionsrückgänge im vierten Quartal 2025. Angriffe auf Infrastruktur behindern Logistik und Exporte, während die Strategie auf Premiumprodukte setzt.

Die Kernpunkte:
  • Starker Produktionseinbruch durch Raketenangriffe
  • Pelletproduktion um 73 Prozent gesunken
  • Strategische Fokussierung auf Premiumkonzentrat
  • Aktienkurs reagiert mit deutlichem Minus

Ferrexpo meldete für das vierte Quartal 2025 deutliche Produktionseinbußen und bezeichnete Q4 als „eines der härtesten Quartale für das Unternehmen und seine Mitarbeiter seit dem groß angelegten Einmarsch in der Ukraine“, so Interims-CEO Lucio Genovese. Ursache sind verstärkte Raketen- und Drohnenangriffe, die Energieversorgung und Logistik unterbrachen und Exporte seit Dezember stark einschränkten. Reicht die Umstellung auf höherwertiges Premiumkonzentrat, um die Verluste zu dämpfen?

Wesentliche Kennzahlen (Auswahl)
– Q4 kommerzielle Eisenerzproduktion: 1,1 Mio. t, -39% gegenüber Vorjahr (1,8 Mio. t).
– Q4 Pelletproduktion: 412.867 t, -73% gegenüber Vorjahr (1,5 Mio. t); -35% gegenüber Q3 (638.963 t).
– Gesamt 2025 kommerzielle Eisenerzproduktion: 6,1 Mio. t, -9,4% gegenüber 2024 (6,8 Mio. t).
– Gesamt 2025 Pelletproduktion: 3,2 Mio. t, -47% gegenüber 2024 (6,1 Mio. t).

Schwere Produktionseinbußen durch Infrastrukturangriffe

Gegen Ende des Vierteljahres nahm die Intensität von Angriffen auf Energie-, Transport- und Hafeninfrastruktur zu. Das unterbrach Stromzufuhr und wichtige Logistikwege, sodass die Minen unter den geplanten Kapazitäten arbeiteten. Besonders stark betroffen war die Pelletproduktion: der Einbruch von 73% im Jahresvergleich ist deutlich ausgeprägter als der Rückgang der Gesamtproduktion.

Exportseitig verzeichnete Ferrexpo seit Dezember erhebliche Einschränkungen in der Schwarzmeer-Region. Das Unternehmen verlagerte daher den Vertrieb vorübergehend auf Schienenlieferungen an europäische Kunden; maritime Transporte bleiben limitiert, solange die Sicherheit der Seewege nicht wiederhergestellt ist.

Strategie und Finanzlage

Ferrexpo erhöhte 2025 die Produktion von Premium-Eisenkonzentrat auf ein Rekordniveau von 2,9 Mio. t. Dieser hochwertigere Anteil macht nun 48% der Gesamtproduktion aus, nach rund 10% ein Jahr zuvor. Die Schwerpunktverschiebung zielt darauf ab, unter reduzierten Mengen die Erlöse zu stabilisieren.

Finanziell wies das Unternehmen zum 31. Dezember 2025 eine Nettokassenposition von rund 47 Mio. US-Dollar aus. Zeitgleich bestehen ausstehende Mehrwertsteuerforderungen in Höhe von 69 Mio. US-Dollar, die bei weiter ausbleibenden Rückerstattungen bis Jahresende auf ungefähr 74 Mio. US-Dollar ansteigen könnten. Das belastet verfügbare Liquidität und Umlaufkapital.

Die erhöhte Premiumquote kann die Ertragsseite stützen, ersetzt aber nicht die verlorenen Mengen und adressiert nicht direkt Logistik- und Stromprobleme. Solange Exportwege eingeschränkt bleiben und Rückerstattungen ausstehen, bleibt die operative Flexibilität begrenzt.

Marktreaktion und Ausblick

Die Aktie reagierte negativ: Am Mittwochmorgen fiel der Kurs in London um 3,9 Prozent auf 66,80 Pence. Die Reaktion spiegelt Anlegerbedenken über anhaltende operative Risiken und mögliche Auswirkungen auf künftige Liefermengen wider.

Konkrete Bedingungen für die nächsten Schritte: Eine dauerhafte Wiederherstellung sicherer Seewege würde die Exportkapazität deutlich erhöhen; die Wiederaufnahme von Mehrwertsteuerrückerstattungen würde die Liquiditätslage entspannen. Andernfalls dürfte Ferrexpo vorerst weiter auf Schienenexporte und eine Fokussierung auf Premiummaterial setzen, um die Erlöse bei geringeren Volumina zu stabilisieren.

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