Ferrexpo Aktie: Waffenstillstand kollabierte nach drei Tagen
Der ukrainische Eisenerzproduzent Ferrexpo kämpft um eine Kapitalerhöhung, während der Aktienhandel ausgesetzt bleibt und die Liquidität schwindet.

- Aktienhandel seit Anfang Mai gestoppt
- Kapitalerhöhung von 100 Millionen Dollar nötig
- Nur eine von vier Produktionslinien aktiv
- Ukraine-Krieg belastet Geschäft massiv
Ferrexpo steckt in einer dreifachen Krise — und die kommende Woche könnte darüber entscheiden, ob das Unternehmen noch zu retten ist. Die Aktie des ukrainischen Eisenerzproduzenten ist seit dem 1. Mai 2026 vom Handel an der Londoner Börse ausgesetzt. Ohne eine Kapitalerhöhung läuft dem Konzern bis Ende August das Geld aus.
Kapitalerhöhung: Interesse vorhanden, Bedingungen nicht erfüllbar
Ferrexpo braucht mindestens 100 Millionen US-Dollar frisches Kapital. Der Vorstand sieht darin die einzige realistische Lösung, um die laufenden Verpflichtungen der nächsten 18 Monate zu decken.
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Institutionelle Investoren haben Interesse signalisiert — sogar über der Zielsumme. Das Problem: Ihre Bedingungen lassen sich im geforderten Zeitrahmen nicht erfüllen. Hauptaktionär Fevamotinico, der knapp 50 Prozent der Anteile hält, unterstützt die Maßnahme. Er will allerdings pro rata beteiligt werden und setzt eine Obergrenze von exakt 100 Millionen Dollar.
Solange die Finanzierung nicht steht, kann Ferrexpo seinen Jahresabschluss für 2025 nicht veröffentlichen. Und solange der Abschluss fehlt, bleibt der Handel ausgesetzt. Ein Teufelskreis.
Betrieb läuft auf Sparflamme
Die Lage im Werk ist nicht besser. Von vier Pelletierlinien läuft derzeit nur eine. Teile der Belegschaft arbeiten in Kurzarbeit oder sind freigestellt. Investitionen in Wartung und nicht betriebsnotwendige Anlagen hat Ferrexpo gestoppt.
Nach einer vollständigen Betriebsunterbrechung im Januar 2026 erlaubte eine verbesserte Stromversorgung immerhin den Neustart einer Linie. Den Export wickelt das Unternehmen mit eigenen Güterwaggons nach Ost- und Mitteleuropa ab. Im Februar eröffnete ein Gericht in Poltawa außerdem Insolvenzverfahren gegen die wichtigste Bergbauanlage des Konzerns.
Geopolitik als Hauptrisiko
Der Ukraine-Krieg bleibt der entscheidende Unsicherheitsfaktor. Ein von den USA vermittelter Waffenstillstand vom 9. bis 11. Mai brach innerhalb weniger Tage zusammen. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig der Verletzung. Weitere Friedensgespräche stecken fest.
Für Ferrexpo wäre ein dauerhafter Waffenstillstand der stärkste Impuls — er würde das Stromnetz stabilisieren und Transportwege sichern. Beides fehlt derzeit. Der Eisenerzpreis liegt bei rund 111 Dollar je Tonne und hat sich zuletzt leicht erholt. Das lindert den Druck, löst ihn aber nicht.
Drei Katalysatoren, null Gewissheit
Der letzte Kurs vor der Handelsaussetzung lag bei 28,58 Pence — knapp über dem Jahrestief von 27,20 Pence. Der Markt preist akute Notlage ein. Eine Kapitalerhöhung würde bestehende Aktionäre verwässern. Scheitert die Finanzierung, drohen tiefere Bilanzrisiken.
Drei Entwicklungen könnten die Lage in den nächsten Tagen wenden: ein formeller Abschluss der Kapitalerhöhung, ein Durchbruch in den Ukraine-Verhandlungen oder eine Entscheidung im Poltawa-Insolvenzverfahren. Bis mindestens eine davon eintritt, sitzen Aktionäre ohne Ausweg fest — der Handel bleibt eingefroren.
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