Ferrexpo: FCA nimmt Aktie wieder auf
Ferrexpo ist wieder offiziell gelistet und richtet seine Exporte neu aus. Die Aktionäre stimmen am 21. September über die Kapitalmaßnahme ab.

- FCA nimmt Ferrexpo wieder offiziell auf
- Kapitalmaßnahme über rund 100 Millionen US-Dollar
- Exporte künftig stärker nach Europa gelenkt
- Aktionärsvotum am 21. September geplant
Die britische Finanzaufsicht FCA hat die Wertpapiere von Ferrexpo mit Wirkung von gestern, 7:30 Uhr GMT/BST, wieder in die offizielle Notierungsliste aufgenommen. Damit ist der formale Schlusspunkt einer Woche erreicht, in der das Unternehmen seine Existenz an der Börse gesichert hat.
Kapitalerhöhung als Voraussetzung
Voraussetzung für die Rückkehr in die Official List war der erfolgreiche Abschluss einer Kapitalerhöhung über rund 100 Millionen US-Dollar. Ferrexpo platzierte 269.309.091 neue Stammaktien im Rahmen einer Platzierung sowie weitere 179.539.393 Aktien im Rahmen einer Zeichnung, jeweils zum Kurs von 16,5 Pence. Insgesamt gab das Unternehmen damit 448,8 Millionen neue Aktien aus.
Der ukrainische Unternehmer Andriy Verevskyi beteiligte sich mit einer Kernzusage von 50 Millionen US-Dollar und hält nach der Kapitalmaßnahme 224,4 Millionen der neuen Aktien.
Fevamotinico Sarl, bereits größter Bestandsaktionär, zeichnete zusätzliche 179,54 Millionen neue Aktien zum Ausgabepreis. Die Mittel sollen die Bilanz stärken, den Neustart der Produktion in der Ukraine finanzieren, zurückgestellte Ausgaben nachholen und Arbeitsplätze sichern.
Produktion läuft, Exportfokus verschiebt sich
Parallel zur Wiederaufnahme des Handels mobilisierte Ferrexpo über das Wochenende die Produktion an seinen ukrainischen Standorten neu. Das Unternehmen kündigte an, seine Exporte künftig auf Kunden in Europa zu konzentrieren – eine Reaktion auf die anhaltenden Angriffe auf Häfen und Schiffe im Schwarzen Meer, die den bisherigen Exportweg zunehmend unsicher machen.
Diese strategische Verschiebung ist mehr als eine Randnotiz: Sie zeigt, dass Ferrexpo seine Logistik an die veränderte Sicherheitslage anpasst, statt auf eine Normalisierung der Schwarzmeerroute zu warten. Für Anleger bedeutet das eine gewisse Stabilität der Lieferketten, auch wenn sich die Transportwege verteuern dürften.
Blick auf die kommenden Termine
Die Kapitalmaßnahme steht formal noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Aktionäre. Eine außerordentliche Hauptversammlung ist für den 21. September um 11:00 Uhr bei Herbert Smith Freehills Kramer LLP in London angesetzt. Die neuen Aktien sollen am 22. September zum Handel zugelassen werden. Zudem wird der Jahresbericht 2025 rund um den 10. September an die Aktionäre versandt.
Nach Wochen der Unsicherheit um die Finanzierungslücke, die noch Anfang August die Existenz des Unternehmens bedrohte, hat Ferrexpo mit der offiziellen Rückkehr in die Official List nun einen klaren regulatorischen Meilenstein erreicht. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Aktionäre die Kapitalerhöhung auf der Hauptversammlung endgültig absegnen und ob sich die Produktion unter den neuen Exportbedingungen stabil halten lässt.
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