Ferrexpo: Liquidität nur bis Ende August

Ferrexpo-Aktie vom Handel ausgesetzt. Fehlender Jahresabschluss und gescheiterte Kapitalerhöhung bringen den Minenkonzern in existenzielle Not.

Die Kernpunkte:
  • Aktienhandel in London gestoppt
  • Kapitalerhöhung über 100 Mio. Dollar gescheitert
  • Liquidität nur noch bis August
  • Produktion um 72 Prozent eingebrochen

Der ukrainische Eisenerzproduzent Ferrexpo steht mit dem Rücken zur Wand. Seit dem 1. Mai 2026 ist die Aktie an der Londoner Börse vom Handel ausgesetzt — auf Wunsch des Unternehmens selbst, genehmigt von der britischen Finanzaufsicht FCA.

Der Auslöser ist doppelt: Ferrexpo konnte den geprüften Jahresabschluss für 2025 nicht fristgerecht vorlegen. Außerdem scheiterte eine dringend benötigte Kapitalerhöhung.

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Liquidität reicht nur bis August

Ferrexpo brauchte mindestens 100 Millionen US-Dollar frisches Eigenkapital. Das Unternehmen bezeichnete diese Finanzierung als einzigen Ausweg, um laufende Verbindlichkeiten zu decken und 18 Monate Betrieb zu sichern. Institutionelle Investoren signalisierten zwar Interesse an einer Rekapitalisierung in dieser Größenordnung — verbindlich wurde daraus nichts.

Das hat Konsequenzen. Ohne erfolgreiche Finanzierung reicht die verfügbare Liquidität nur bis Ende August 2026. Scheitert die Kapitalrunde endgültig, droht die Insolvenz. Das hat das Unternehmen selbst so kommuniziert.

Produktion eingebrochen, Sektor unter Druck

Die finanzielle Krise trifft Ferrexpo in einer operativ schwachen Phase. Im ersten Quartal 2026 brach die Eisenerzproduktion um 72 Prozent auf rund 593.000 Tonnen ein. Russische Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur legten weite Teile der Produktion lahm. Erst Ende Februar nahm Ferrexpo den Betrieb — auf reduziertem Niveau — wieder auf.

Der Druck auf die ukrainische Schwerindustrie wächst. ArcelorMittal Kryvyi Rih meldete am 7. Mai die Teilstilllegung von Minen und Stahlproduktion. Grund: Der staatliche Bahnbetreiber Ukrzaliznytsia liefert zu wenig Rohstoffe. Ein Hochofen, zwei Sinteranlagen und ein Erzaufbereitungswerk stehen still. Weitere Kürzungen drohen, sollte sich die Logistik nicht stabilisieren.

Handel bleibt ausgesetzt

Die Aussetzung des Handels endet erst, wenn Ferrexpo den Jahresabschluss veröffentlicht und eine tragfähige Finanzierungslösung umsetzt. Einen Zeitplan dafür gibt es nicht. Vor der Aussetzung notierte die Aktie bei rund 28,6 Pence — bei einer Marktkapitalisierung von etwa 168 Millionen Pfund. Dividenden zahlt das Unternehmen schon länger nicht mehr.

Das Zeitfenster bis Ende August ist eng. Gelingt die Kapitalrunde in den kommenden Wochen nicht, dürfte das Insolvenzverfahren kaum noch abzuwenden sein.

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