FiatChrysler mit Startplan für Ferrari-Börsengang, kommt die Aktie wieder auf die Beine?

Zuletzt machte der Konzernchef von FiatChrysler, Sergio Marchionne, Schlagzeilen mit seiner ungewöhnlich direkten Art auf der Suche nach Kooperationspartnern. Ganz oben auf seiner Hitliste stand dabei General Motors. Leider zeigten diese keinerlei Interesse.

 

© FCA
© FCA

Aber so schnell gibt ein Italiener ja nicht auf. In der Folge traf es dann wohl auch die französische Peugeot, ebenfalls ohne Erfolg.

 

Marchionne will etwas vererben

FiatChrysler gilt derzeit als Nummer sieben in der Rangliste. Die größten Probleme stellen für den Automobilkonzern die unterdurchschnittliche Profitabilität und ein überdurchschnittlich hoher Schuldenstand dar.

Für das Jahr 2018 hat Marchionne seinen Rückzug angekündigt, da möchte man seinen Nachkommen natürlich auch etwas hinterlassen. So wäre zu erklären, warum er auf einmal auf so branchenuntypische Art aufs Tempo drückt, um einen geeigneten Partner mit ins Boot zu holen.

 

Börsengang von Ferrari mit ersten Details

Viel interessanter erscheint uns da der geplante Börsengang der Tochtergesellschaft Ferrari. Laut Medienberichten geht es hier nun voran. Während einer Diskussionsrunde in Toronto soll Marchionne angekündigt haben, das FiatChrysler das Filing für das IPO von Ferrari in Kürze vollziehen wird. Laut seinen Aussagen geht es für das Einreichen des Börsenprospektes lediglich nur noch um Tage.

Die Schweizer UBS soll dabei bei den Vorbereitungen für den Gang an die New Yorker Börse begleitend zur Seite stehen. Ob die UBS für den Börsengang von 10% der Ferrari-Anteile auch als Lead Manager fungieren soll, ließ Marchionne unbeantwortet. Aber auch J.P. Morgan Chase und Goldman Sachs sind im Hinblick auf den Börsengang im Gespräch. Gleichfalls steht ein Zweitlisting an der Börse in Mailand im Gespräch.

Bereits im Vorfeld hatte FiatChrysler gegenüber der US-Wertpapieraufsicht SEC erklärt, dass mit der geplanten Abspaltung von Ferrari keine Verlagerung des steuerlichen Sitzes geplant sei. Somit werde Ferrari auch weiterhin steuerlich nach italienischem Recht aufgestellt sein und auch dort seine Steuern bezahlen.

 

Keine Strukturveränderungen bei Ferrari geplant

Auch grundlegende Veränderungen bei Ferrari soll es keine geben. Weder ein Abbau von Stellen oder die Verlagerung von bisher von Ferrari ausgeführten Aktivitäten stehen auf der Agenda.

Durch die Abspaltung beabsichtigt FiatChrysler, die notwendigen Mittel zur Finanzierung des Investitionsprogramms von insgesamt 48 Mrd. Euro einzunehmen. Dabei bewertet Marchionne den Wert von Ferrari mit mindestens 10 Mrd. Euro. Das wären rund 60% des Marktwertes von FiatChrysler. Analysten von Bloomberg sehen den Wert von Ferrari bei etwa 8,7 Mrd. Euro.

Vor Oktober wird es jedoch keinen Gang an die Börse geben. Steuervorschriften schreiben vor, dass nach einem Zusammenschluss erst frühestens nach einem Jahr ein Gang an die Börse möglich wäre. Damit könnte für Ferrari der Startschuss für den Börsengang frühestens am 13. Oktober fallen.

 

FiatChrysler in der Kursfalle

Die Aktie von FiatChrysler bräuchte jedenfalls dringend ein oder mehrere positive Signale. Heute mussten die Papiere wieder einen Verlust von -0,79% hinnehmen und notieren damit derzeit bei 13,15 Euro. Noch im März lagen die Aktien bei 16,33 Euro.

150714 FiatChrysler

Bis man an dieses Kursniveau wieder herankommt, wird noch einige Zeit ins Land gehen. Derzeit fehlen hier eindeutige Indikatoren, die für einen Richtungswechsel sorgen könnten.

%d Bloggern gefällt das: