First Majestic Silver Aktie: Steuerstreit mit Mexiko bis Ende 2026 ausgesetzt
Silberpreis und Kurs legten zu, während die Förderung sank; ein Steuervergleich mit Mexiko ist noch nicht endgültig vereinbart.
- Silberpreis gewann 2,1 Prozent
- Aktie stieg auf 14,01 Euro
- Silberförderung sank im dritten Quartal um 11 Prozent
- Steuerstreit mit Mexiko bleibt vorläufig ausgesetzt
Ein schwächerer US-Dollar und nachgebende Renditen von US-Staatsanleihen haben dem Edelmetallsektor heute neuen Auftrieb verschafft. Laut Reuters zog der Spotpreis für Silber um 2,1 Prozent an.
In diesem freundlicheren Branchenumfeld kletterte auch die Aktie von First Majestic Silver im Tagesverlauf um 2,5 Prozent auf 14,01 Euro. Für Anleger stellt sich die Frage, ob der makroökonomische Rückenwind ausreicht, um die jüngsten operativen Dämpfer und regulatorischen Verhandlungen nachhaltig in den Hintergrund zu drängen.
Politischer Etappensieg in Mexiko
Neben dem Rohstoffmarkt sorgte zu Wochenbeginn vor allem die mexikanische Steuerpolitik für Erleichterung. Am Dienstag verständigte sich First Majestic Silver mit der Regierung von Mexiko grundsätzlich auf einen Rahmen, um den langwierigen Steuerstreit rund um die Tochtergesellschaft Primero Empresa Minera beizulegen.
Das zuständige Schiedsgericht setzte das Verfahren nach den NAFTA-Regeln daraufhin bis zum 31. Dezember 2026 aus. Während dieser Frist wollen beide Seiten die detaillierte Vereinbarung ausarbeiten und umsetzen. Zwar ist dieser Vergleich noch nicht endgültig besiegelt, doch nimmt der vorläufige Stillstand spürbar juristischen Druck vom Minenbetreiber.
Operative Dämpfer im dritten Quartal
Dass der Rohstoffsektor nicht allein von Makrodaten lebt, zeigten allerdings die jüngsten Förderzahlen für das dritte Quartal 2026. Mit 3.440.447 Unzen Silber lag die Ausbeute um 11 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Bei Gold fiel das Minus mit 17 Prozent auf 29.552 Unzen noch deutlicher aus.
Verantwortlich für diesen Rückgang war vor allem eine Arbeitsniederlegung bei First Majestic Silver vor rund einem Monat. Der Arbeitskonflikt legte die Aktivitäten am wichtigen Standort San Dimas zwölf Tage lang lahm und bremste die Förderung merklich aus.
Diese Unterbrechung blieb an den Finanzmärkten nicht ohne Echo. Nach Bekanntgabe der Zahlen reduzierte das Analysehaus HC Wainwright vor gut einer Woche das Kursziel für das Papier von 27,00 US$ auf 25,50 US$, behielt die Einstufung mit „Buy“ jedoch bei. Um dem Kursverfall entgegenzuwirken, kündigte das Unternehmen parallel die Erneuerung seines Aktienrückkaufprogramms an.
Makro-Fantasie trifft auf Förderrealität
Der heutige Kursanstieg verdeutlicht, wie stark Produzenten wie First Majestic an den übergeordneten Zins- und Währungstrends hängen. Gibt die Rendite festverzinslicher Papiere nach und verliert die US-Leitwährung an Stärke, greifen Marktteilnehmer bevorzugt zu zinslosen Sachwerten wie Gold und Silber. Minenaktien fungieren dabei traditionell als Hebel auf das jeweilige Metall.
Dieser Hebel wirkt jedoch in beide Richtungen. Werden geopolitische und steuerliche Unsicherheiten wie in Mexiko nicht vollständig gelöst oder drücken unvorhergesehene Förderausfälle auf die Margen, verpufft der Vorteil steigender Rohstoffnotierungen rasch. Die Zwischenetappe im Steuerstreit verschafft dem Management bis zum Jahresende immerhin eine Atempause, um sich wieder voll auf die betriebliche Effizienz zu konzentrieren.
Klarheit über die finanziellen Spuren des Produktionsrückgangs erhalten Anleger am 5. November 2026. Vor Handelsbeginn will First Majestic Silver die detaillierten Quartalsergebnisse präsentieren und die Dividende für das dritte Quartal bekanntgeben. Erst dann wird sich zeigen, wie stark der zwölftägige Förderstopp die Ertragskraft tatsächlich belastet hat.
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