First Solar Aktie: 4. Juli entscheidet über 200 Gigawatt

First Solar sieht sich mit mehreren Sammelklagen konfrontiert, während die Frist für wichtige US-Steuergutschriften näher rückt.

Die Kernpunkte:
  • Sammelklagen gegen Solarkonzern eingereicht
  • Kritische Frist für Solar-Subventionen am 4. Juli
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn über zehn Prozent
  • Konzern baut Produktionskapazität in den USA aus

First Solar steht vor einer harten Bewährungsprobe. Mehrere US-Anwaltskanzleien intensivieren ihre Bemühungen um eine Sammelklage gegen den Solarkonzern. Parallel dazu nähert sich eine kritische Frist für US-Steuergutschriften, was den Druck auf die Kursentwicklung erhöht.

Namhafte Kanzleien wie Pomerantz LLP und Robbins LLP haben Klage eingereicht. Sie werfen dem Management vor, die Auswirkungen der US-Zollpolitik beschönigt zu haben. Insbesondere geht es um finanzielle Nachteile durch die geringe Auslastung von Werken in Malaysia und Vietnam während der Verlagerung der Produktion in die USA.

Die Vorwürfe beziehen sich auf einen Zeitraum bis Februar 2026. Bereits im Januar sorgte eine Herabstufung durch Jefferies für einen Kursrutsch von über zehn Prozent. Ein enttäuschender Quartalsbericht im Februar drückte das Papier um weitere 13 Prozent.

Wettlauf gegen die Uhr

Am 4. Juli 2026 läuft eine wichtige Frist für US-Solar-Subventionen ab. Projektentwickler versuchen derzeit, staatliche Förderungen für über 200 Gigawatt Kapazität zu sichern. Diese Kredite decken oft 30 Prozent der Projektkosten und treiben die aktuelle Nachfrage massiv an.

First Solar selbst profitiert stark von den sogenannten 45X-Produktionsgutschriften. Für 2025 rechnet der Konzern mit Gutschriften zwischen 1,65 und 1,7 Milliarden Dollar. Der Konzern baut seine Standorte in Alabama und Louisiana massiv aus, um die weltweite Kapazität bis Ende 2026 auf 25 Gigawatt zu steigern.

Marktdruck und Analystenstimmen

Die Aktie beendete die Woche bei 210,00 Euro. Das entspricht einem Tagesverlust von rund vier Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf über zehn Prozent, womit das Papier deutlich unter seinem Juni-Hoch notiert.

Institutionelle Investoren halten weiterhin über 92 Prozent der Anteile. Während einige Analysten die Bewertung kritisch sehen, liegen viele Kursziele deutlich über dem aktuellen Niveau. Manche Experten halten Preise von über 280 Dollar für möglich.

Die Aktie nähert sich nun ihrem 200-Tage-Durchschnitt bei 203,14 Euro. Der Markt blickt nun auf den 4. Juli, der Klarheit über die künftigen Auftragsbücher bringen wird.

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