First Solar Aktie: ES Foundry weicht auf 3-Gigawatt-Werk aus
First Solar nutzt Patente zur Marktabschottung, während Analysten die Aktie loben. Eine Sammelklage und Zollentscheidungen prägen das Umfeld.

- Patentklage gegen zehn Konkurrenten
- Konkurrent weicht auf ältere Technologie aus
- Deutsche Bank stuft Aktie auf Kaufen hoch
- Sammelklage wegen Produktionsangaben eingereicht
First Solar setzt seine Marktdominanz mit juristischer Härte durch. Während Wettbewerber ihre Expansionspläne anpassen müssen, wartet die Branche gespannt auf neue US-Zollentscheidungen. Die Aktie reagierte am Donnerstag mit einem Kurssprung von 2,96 Prozent auf 202,00 Euro.
Patente als strategische Barriere
Das Unternehmen verteidigt seine TOPCon-Technologie aggressiv gegen Nachahmer. Ende März reichte First Solar eine Beschwerde gegen zehn Hersteller bei der US-Handelskommission ein. Die Konsequenzen für den Markt werden nun unmittelbar sichtbar.
Der Konkurrent ES Foundry hat den Ausbau seines Werks in South Carolina auf eine Jahreskapazität von 3 Gigawatt abgeschlossen. Dabei nutzt der Hersteller bewusst die ältere PERC-Technologie. Ziel dieser Entscheidung ist es, dem Patentstreit mit First Solar auszuweichen. Der US-Konzern agiert somit als technologischer Türsteher für den heimischen Markt.
Analysten-Lob und juristische Hürden
Parallel dazu erwartet die Branche eine Entscheidung des US-Handelsministeriums über neue Zölle auf Polysilizium. Diese Regelung könnte First Solar im nächsten Monat weiteren Rückenwind verschaffen. Deutsche Bank hob die Aktie jüngst auf „Buy“ und verwies auf die attraktive Bewertung. Das Papier notiert derzeit rund 27 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 276,50 Euro.
Anleger blicken allerdings auch auf eine Sammelklage gegen das Management. Den Verantwortlichen wird vorgeworfen, unzutreffende Angaben zur Produktionsauslastung in Malaysia und Vietnam gemacht zu haben. Investoren haben bis zum 24. August 2026 Zeit, einen Antrag als Hauptkläger zu stellen.
Trotz der Rechtsrisiken bleibt das fundamentale Umfeld durch staatliche US-Förderprogramme stabil. Für eine Anlage der 3-Gigawatt-Klasse winken jährliche Steuergutschriften von rund 120 Millionen Dollar. Die Entscheidung über die Polysilizium-Zölle im kommenden Monat dürfte den nächsten Trend für die Aktie bestimmen.
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