First Solar Aktie: Morgan Stanley sieht 245 Dollar

First Solar erhält optimistischere Analystenurteile, kämpft aber parallel mit einer Sammelklage und schwierigen Marktbedingungen.

Die Kernpunkte:
  • Barclays und Morgan Stanley erhöhen Kursziele
  • Sammelklage bis August 2026 möglich
  • Umsatzplus von 23,6 Prozent im ersten Quartal
  • Aktie seit Jahresbeginn im Minus

Die Expertenbewertungen für First Solar gehen derzeit weit auseinander, während das Unternehmen gleichzeitig mit rechtlichen Herausforderungen und einem volatilen Marktumfeld kämpft. Während mehrere Analysehäuser ihre Kursziele nach oben korrigiert haben, belastet eine laufende Sammelklage das Vertrauen einiger Anleger. Das Marktumfeld bleibt dabei durch tiefgreifende Änderungen in der US-Handelspolitik und einen harten Wettbewerb mit chinesischen Solarproduzenten geprägt.

Kurszielanpassungen durch namhafte Bankhäuser

In den vergangenen Tagen haben mehrere Finanzinstitute ihre Einschätzungen zu First Solar aktualisiert. Barclays hob das Kursziel für die Papiere deutlich von 213 auf 279 US-Dollar an und vergab die Einstufung „Overweight“. Als wesentlichen Katalysator nannten die Analysten Entwicklungen im Zusammenhang mit der Section 232 der US-Handelsgesetzgebung, die den Schutz heimischer Industrien stärken könnte.

Auch Morgan Stanley zeigt sich optimistischer und passte das Ziel von 230 auf 245 US-Dollar an, ebenfalls mit einem „Overweight“-Rating. Etwas zurückhaltender äußerten sich die Experten von Jefferies & Co: Sie erhöhten ihr Kursziel zwar von 199 auf 207 US-Dollar, behielten jedoch ihre „Hold“-Empfehlung bei. Diese unterschiedlichen Zielmarken spiegeln die komplexe Lage des Unternehmens wider, das einerseits von US-Subventionen profitiert, andererseits jedoch operative Hürden bewältigen muss. Trotz dieser Kurszielanpassungen notiert der Wert mit 179,80 € deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch, von dem er aktuell 34,97 % entfernt ist.

Juristische Auseinandersetzungen belasten das Sentiment

Neben der Marktdynamik rückt die rechtliche Situation von First Solar verstärkt in das Blickfeld der Investoren. Bis zum 24. August 2026 haben Anleger Zeit, sich als Hauptkläger einer Sammelklage anzuschließen. Die Vorwürfe wiegen schwer: Das Unternehmen soll unzureichend über die Auswirkungen der Zollpolitik und die Unterauslastung von Produktionsstätten in Malaysia und Vietnam informiert haben.

Zudem steht die Kündigung eines umfangreichen Vertrags mit einer Tochtergesellschaft von BP im Raum. Dabei ging es um ein Volumen von 6,6 Gigawatt zu einem Preis von 0,294 US-Dollar pro Watt. Ein weiterer Kritikpunkt der Kläger betrifft das Onshoring-Programm in South Carolina. Hier belaufen sich die Investitionskosten auf rund 260 Millionen US-Dollar, ergänzt um Umzugskosten in Höhe von 70 Millionen US-Dollar. Diese Faktoren führten in der Vergangenheit bereits zu deutlichen Kursreaktionen: Am 7. Januar 2026 brach die Aktie nach einem Analysten-Downgrade um 10,3 % ein, gefolgt von einem weiteren Rücksetzer um 13,6 % am 25. Februar 2026 nach Vorlage enttäuschender Quartalszahlen.

Handelspolitische Spannungen im Solarsektor

Das makroökonomische Umfeld für First Solar bleibt durch aggressive US-Handelsmaßnahmen gegen ausländische Konkurrenz geprägt. Das US-Handelsministerium hat eine Untersuchung gegen Solarmodule aus Äthiopien und Vietnam eingeleitet. Es besteht der Verdacht, dass chinesische Komponenten über diese Länder umgeleitet werden, um bestehende Antidumping-Zölle zu umgehen. Parallel dazu bereitet die US-Regierung neue Zölle unter Section 301 vor, die am 24. Juli 2026 in Kraft treten sollen und Sätze zwischen 10 % und 12,5 % für zahlreiche Volkswirtschaften vorsehen.

Während First Solar versucht, seine US-Produktion auszubauen, melden große chinesische Konkurrenten massive Defizite. Unternehmen wie Tongwei, JA Solar und LONGi Green verzeichneten im ersten Halbjahr 2026 Verluste in Milliardenhöhe (RMB). First Solar hingegen konnte im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 1,04 Milliarden US-Dollar ausweisen, was einem Anstieg von 23,6 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Gewinn pro Aktie (EPS) lag mit 3,22 US-Dollar über den Markterwartungen. Dennoch bleibt die Aktie an der Börse unter Druck und weist seit Jahresbeginn ein Minus von 21,38 % auf. Die hohe Quote institutioneller Investoren, die etwa 92,08 % der Anteile halten, unterstreicht jedoch die Bedeutung des Unternehmens als zentraler Akteur im US-Energiemarkt.

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