First Solar Aktie: Q1-Gewinn um 65% auf 347 Millionen

First Solar sieht sich mit mehreren Sammelklagen konfrontiert, meldet aber für Q1 2026 einen deutlichen Umsatz- und Gewinnanstieg.

Die Kernpunkte:
  • Sammelklagen wegen Zollstrategie
  • Umsatzplus von 24 Prozent
  • Analysten heben Kursziele an
  • Neue CuRe-Technologie eingeführt

Der US-Solarkonzern First Solar steht derzeit im Fokus juristischer Auseinandersetzungen, während die operative Entwicklung und Analystenbewertungen ein differenziertes Bild zeichnen. Mehrere Anwaltskanzleien, darunter Robbins LLP, Levi & Korsinsky sowie die Rosen Law Firm, treiben Sammelklagen gegen das Unternehmen voran. Investoren, die zwischen dem 26. Februar 2025 und dem 24. Februar 2026 Wertpapiere des Unternehmens erworben haben, wird eine Frist bis zum 24. August 2026 gesetzt, um sich als Hauptkläger zu bewerben.

Sammelklagen wegen Zollstrategie und Produktionsverlagerung

Den rechtlichen Schritten liegen Vorwürfe zugrunde, das Unternehmen habe seine Fähigkeit zur Bewältigung der Auswirkungen der US-Zollpolitik überbewertet. Insbesondere wird First Solar vorgestimmt, die negativen Effekte einer Unterauslastung der Produktion in Malaysia und Vietnam sowie die Folgen der Produktionsverlagerung in die USA auf die Geschäftsleistung im Jahr 2026 verschleiert zu haben.

Bereits am 24. Februar 2026 verfehlte First Solar die Ergebniserwartungen für das vierte Quartal 2025 und gab eine reduzierte Prognose für das Geschäftsjahr 2026 ab. Infolgedessen verzeichnete die Aktie damals einen Kursrückgang von 13,61 % auf 210,12 US-Dollar. Phillip Kim von der Rosen Law Firm koordiniert hierbei einen Teil der rechtlichen Vertretung der betroffenen Aktionäre.

Finanzielle Kennzahlen und Analystenstimmen

Trotz der rechtlichen Unsicherheiten meldete First Solar für das erste Quartal 2026 einen Nettoumsatz von 1,04 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 24 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Nettogewinn stieg im selben Zeitraum um 65 % auf 347 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen wies zudem ein bereinigtes EBITDA von 520 Millionen US-Dollar aus. Während der Gewinn pro Aktie mit 3,22 US-Dollar die Analystenschätzungen von 2,96 US-Dollar übertraf, lag der Umsatz leicht unter den erwarteten 1,05 Milliarden US-Dollar.

Die Analysten bewerten das Potenzial der Aktie weiterhin optimistisch, wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Wells Fargo hob das Kursziel für das Papier von 255 auf 320 US-Dollar an und verwies dabei auf die positiven Auswirkungen einer Zollentscheidung zu Polysilizium gemäß Section 232. KeyBanc sieht ebenfalls Aufwärtspotenzial und setzte das Ziel auf 201 US-Dollar fest. Im Gegensatz dazu bewertet Bernstein das Unternehmen als „Underperform“ mit einem Kursziel von 217 US-Dollar.

Aktuelle Marktdaten und operatives Umfeld

An der Börse notierte die First Solar-Aktie zuletzt bei einem Schlusskurs von 199,80 €, was einem leichten Tagesverlust von 0,10 % entspricht. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert ein Minus von 14,67 %. Das Papier notiert aktuell 8,13 % unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 217,49 € und weist zum 52-Wochen-Hoch von 276,50 €, das am 3. Juni 2026 erreicht wurde, einen Abstand von -27,74 % auf. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf umgerechnet 21,50 Milliarden €.

Operativ setzt First Solar auf technologische Erneuerung und internationale Expansion. Am 26. März 2026 wurde in Ohio die neue CuRe-Technologie eingeführt. Das Unternehmen verfügt über einen Auftragsbestand von 47,9 GW im Wert von 14,4 Milliarden US-Dollar, der Auslieferungen bis in das Jahr 2030 vorsieht. Im ersten Quartal trug der indische Markt 1 GW zu den gesamten Modulauslieferungen von 3,8 GW bei.

Die kurzfristige Marktentwicklung könnte zudem durch Verzögerungen bei regulatorischen Entscheidungen beeinflusst werden. Eine Untersuchung der Section 232-Zölle auf Polysilizium-Importe wurde auf Anfang August 2026 verschoben. Experten warnen, dass eine mögliche Mindestpreisregelung (MIP) die Modulpreise um bis zu 0,10 US-Dollar pro Watt erhöhen könnte, im schlechtesten Szenario sogar auf bis zu 0,49 US-Dollar pro Watt. Eine Verlängerung der 45X-Fertigungssteuergutschriften gilt vor den US-Zwischenwahlen als unwahrscheinlich.

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