Fiserv Aktie: Sparziel ist auf eine Milliarde geklettert

Ein hoher Goodwill-Abzug drückte Fiserv im dritten Quartal ins Minus; operativ bestätigte der Konzern seine Jahresprognose.

Die Kernpunkte:
  • Goodwill-Abschreibung von 6,45 Milliarden Dollar
  • Bereinigter Quartalsgewinn je Aktie: 1,75 Dollar
  • Project Elevate soll eine Milliarde Dollar einsparen
  • Aktienrückkäufe über 500 Millionen Dollar geplant

Fiserv verbucht im dritten Quartal einen Nettoverlust von 11,17 Dollar je Aktie, ausgelöst durch eine Goodwill-Abschreibung von 6,45 Milliarden Dollar. Operativ liefert der Zahlungsdienstleister dagegen ein Quartal im Rahmen der eigenen Erwartungen und bestätigt die Jahresziele. Zudem kehren Aktienrückkäufe früher zurück als geplant.

Buchverlust ohne Cash-Abfluss

Die Abschreibung belastet nur die Bilanz, nicht die Kasse. Der Umsatz sank nach GAAP um ein Prozent auf 5,20 Milliarden Dollar, das organische Wachstum lag bei null. Das Segment Merchant Solutions verlor organisch zwei Prozent, Financial Solutions legte um zwei Prozent zu.

Der bereinigte Gewinn je Aktie betrug 1,75 Dollar. Die bereinigte operative Marge fiel auf 31,2 Prozent, nach 37,0 Prozent im Vorjahresquartal. Der Margendruck bleibt damit das auffälligste Schwächezeichen der Zahlen.

Sparprogramm verdoppelt

Das Management hebt das Einsparziel des Programms Project Elevate von 500 Millionen auf eine Milliarde Dollar an. Grundlage ist eine umfassende Überprüfung des Portfolios, bei der zusätzliche operative Effizienzen sichtbar wurden. Konzernchef Takis Georgakopoulos spricht von Fortschritten: Die Kundenabwanderung im Bankgeschäft sei seit Jahresbeginn um mehr als 25 Prozent gesunken, große Neukunden liefen an.

Für 2026 bleibt der Ausblick unverändert. Fiserv erwartet organisch einen Umsatz zwischen minus einem Prozent und null sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von 7,20 bis 7,40 Dollar. Finanzchef Paul Todd verweist auf Initiativen im zweiten Halbjahr, die eine Beschleunigung des Umsatzes im Schlussquartal tragen sollen.

Im Quartal schloss Fiserv zudem den Verkauf des Studentendarlehens-Servicings ab und brachte sein Geldautomaten- und Netzwerkgeschäft in das Gemeinschaftsunternehmen MoneyPass Group ein, an dem es eine Minderheit hält.

Rückkäufe und Burrys Rechnung

Für das vierte Quartal plant Fiserv Aktienrückkäufe über 500 Millionen Dollar im Rahmen der bestehenden Ermächtigung. Die Aktie schloss am Montag bei 51,93 Dollar. Sie testete dabei die Abwärtstrendlinie seit Ende April von unten, die 200-Tage-Linie bei 54,63 Dollar bildet den nächsten Widerstand.

Investor Michael Burry hält an seiner Position fest. Er sieht bei einer Übernahme durch einen Finanzinvestor einen Wert von 100 bis 120 Dollar je Aktie und stützt sich dabei auf die kolportierten Übernahmepläne für Global Payments. Als Belastung nennt er eine laufende Sammelklage wegen zu ehrgeiziger Wachstumsziele und mangelnder Offenlegung zu Argentinien. Die Börse bewertet Fiserv derzeit mit dem Siebenfachen der erwarteten Gewinne.

Hält die 50-Tage-Linie bei 48,63 Dollar, bleibt der Ausbruchsversuch über die Trendlinie intakt. Ein Rutsch darunter würde ihn dagegen als gescheitert markieren.

Anzeige

Stand heute, 3. November: Fiserv – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Fiserv investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 3. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Fiserv: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu Fiserv