Flex Aktie: Axiom-Abspaltung in Gefahr?

Flex übertrifft im zweiten Quartal die Schätzungen; hohe CPI-Wachstumsziele und die geplante Axiom-Abspaltung bleiben zentrale Prüfsteine.

Die Kernpunkte:
  • Zacks hebt Flex auf „Strong Buy“
  • Aktie verliert am selben Tag 14 Prozent
  • Quartalsumsatz wächst gegenüber Vorjahr um 24,8 Prozent
  • CPI-Abspaltung unter dem Namen Axiom für Anfang 2027 vorgesehen

Zacks Research hat Flex heute von „Hold“ auf „Strong Buy“ hochgestuft. Die optimistischere Einschätzung trifft auf einen Markt, der dem Unternehmen trotz stärkerer Geschäftszahlen wenig Vertrauen entgegenbringt: Die Aktie verliert heute -14%. Im Mittelpunkt steht damit die Frage, ob das wachsende Geschäft mit KI-Infrastruktur die hohen Erwartungen dauerhaft erfüllen kann.

Analysten bleiben überwiegend zuversichtlich

Die neue Empfehlung von Zacks verstärkt das positive Analystenbild. Der Konsens lautet „Buy“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 131,78 US-Dollar.

Uneingeschränkt ist die Zuversicht allerdings nicht. Kaufempfehlungen und sinkende Kursziele können gleichzeitig bestehen: Analysten sehen dann weiterhin Chancen, setzen den erwarteten Wert der Aktie aber niedriger an.

Das operative Geschäft liefert Argumente

Für die optimistische Sicht sprechen die Ergebnisse des zweiten Quartals im Geschäftsjahr 2027. Der Gewinn je Aktie erreichte 1,18 US-Dollar und übertraf die Konsensschätzung von 1,06 US-Dollar.

Auch beim Umsatz lag Flex über den Erwartungen. Damit beschränkt sich die Ergebnisüberraschung nicht auf eine einzelne Kennzahl; sowohl das Geschäftsvolumen als auch der Gewinn je Aktie fielen besser aus als von Analysten erwartet.

Der Quartalsumsatz betrug 8,49 Milliarden US-Dollar gegenüber erwarteten 8,17 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahr entsprach das einem Wachstum von 24,8%.

Besonders dynamisch entwickelte sich Cloud and Power Infrastructure, kurz CPI. Dieser Bereich steht zugleich im Zentrum der Wachstumspläne und der geplanten Abspaltung. Seine Entwicklung ist deshalb für die Beurteilung der weiteren Perspektiven besonders wichtig.

Der CPI-Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 54%. Die bereinigte operative Marge erreichte 10,7% und verbesserte sich um 240 Basispunkte. Das Wachstum ging somit mit einer höheren Profitabilität einher.

Hohe Prognosen erhöhen die Anforderungen

Für das Geschäftsjahr 2027 hob Flex die erwartete CPI-Umsatzsteigerung auf 75–85% an. Im dritten Quartal desselben Geschäftsjahres rechnet das Unternehmen sogar mit einem Wachstum von 105–115% gegenüber dem Vorjahr.

Diese Prognosen sind keine bereits erzielten Ergebnisse. Sie setzen voraus, dass sich die starke Nachfrage fortsetzt. Eine Abkühlung der KI-Hardware-Nachfrage zählt ebenso zu den Risiken wie mögliche Enttäuschungen bei der geplanten CPI-Abspaltung.

Die Abspaltung unter dem Namen Axiom ist für Anfang 2027 vorgesehen. Für Anleger stehen damit zwei Prüfsteine im Vordergrund: Flex muss die ambitionierten Wachstumsziele operativ einlösen und die geplante Trennung umsetzen. Die Hochstufung von Zacks unterstreicht das Vertrauen in diese Perspektive; der Kursrückgang zeigt, dass der Markt dieses Vertrauen derzeit nicht teilt.

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