Fluence Energy Aktie: 400 Millionen in 2027 verschoben

Fluence Energy senkt wegen Fertigungsverzögerungen die Jahresprognose. Trotz Rekord-Auftragsbestand und Rechenzentrums-Expansion belasten operative Engpässe die Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzprognose für 2026 gesenkt
  • Rekordauftragseingang von 1,44 Mrd. Dollar
  • Projekt Heinersbrück in Ostdeutschland gestartet
  • Analysten uneins über Kursentwicklung

Der US-Speicherspezialist Fluence Energy sieht sich im laufenden Geschäftsjahr mit operativen Hürden konfrontiert, die zu einer deutlichen Anpassung der finanziellen Erwartungen geführt haben.

Während das Unternehmen bei den Auftragseingängen neue Bestmarken setzt und die Expansion im Bereich der Rechenzentren vorantreibt, bremsen Verzögerungen in der Fertigung das kurzfristige Wachstum aus. Dies spiegelt sich auch im Aktienkurs wider, der mit 11,34 € aktuell rund 33 Prozent unter seinem Wert seit Jahresbeginn notiert.

Operative Engpässe verschieben Umsatzmillionen

Hauptgrund für die revidierte Prognose sind Produktionsverzögerungen in neuen Auftragsfertigungsanlagen in Houston sowie an internationalen Standorten. Diese Engpässe führen dazu, dass Projektlieferungen im Volumen von rund 400,0 Millionen US-Dollar nicht mehr im laufenden Geschäftsjahr realisiert werden können, sondern sich in das Jahr 2027 verschieben.

In der Folge senkte Fluence Energy die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026 auf eine Spanne von 2,9 bis 3,1 Milliarden US-Dollar. Zuvor war das Management noch von Erlösen zwischen 3,2 und 3,6 Milliarden US-Dollar ausgegangen.

Auch beim bereinigten operativen Ergebnis (EBITDA) musste das Unternehmen zurückrudern. Statt der ursprünglich erwarteten Profitabilität wird nun mit einem Ergebnis zwischen einem Verlust von 30 Millionen US-Dollar und einem Gewinn von 10 Millionen US-Dollar gerechnet.

Die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal unterstreichen diese Herausforderungen: Der gemeldete Umsatz von 649,8 Millionen US-Dollar blieb deutlich hinter den Markterwartungen zurück, die bei etwa 818,6 Millionen US-Dollar gelegen hatten.

Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 44,3 Millionen US-Dollar, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 6,9 Millionen US-Dollar erzielt worden war.

Rekord-Backlog und neue Projekte in Deutschland

Trotz der bilanziellen Belastungen verzeichnet Fluence Energy eine ungebrochen hohe Nachfrage nach seinen Speicherlösungen. Am 5. August berichtete das Unternehmen über einen Rekordwert beim vierteljährlichen Auftragseingang von 1,44 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht nahezu einer Verdreifachung gegenüber dem Vorjahresquartal. Der gesamte Auftragsbestand summierte sich zum 30. Juni auf einen historischen Höchststand von 6,4 Milliarden US-Dollar.

Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem wachsenden Markt für Rechenzentren. Bis Juli 2026 sicherte sich das Unternehmen Aufträge in diesem Segment im Wert von etwa 850,0 Millionen US-Dollar, darunter eine bedeutende Vereinbarung mit einem Hyperscaler. Auch in Deutschland treibt Fluence Energy seine Präsenz voran.

Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, hat der Aufbau des 400-MWh-Projekts Heinersbrück GridBattery in Ostdeutschland begonnen. In Kooperation mit der LEAG Clean Power GmbH entsteht dort ein System, das direkt an Wind- und Solaranlagen gekoppelt ist und voraussichtlich im Jahr 2027 fertiggestellt wird.

Analysten bewerten operative Hürden

Die jüngsten Entwicklungen haben zu unterschiedlichen Einschätzungen in der Finanzwelt geführt. Analysten von Goldman Sachs bekräftigten am 6. August ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 22,00 US-Dollar. Zur Begründung verwiesen sie auf die robuste Nachfrage und den Rekord-Auftragsbestand, der über die kurzfristigen operativen Rückschläge hinweghelfe.

Am Freitag senkte hingegen die Citigroup ihr Kursziel für Fluence Energy von 24,00 auf 20,00 US-Dollar, behielt aber die Einstufung „Buy“ bei. Die Experten begründeten diesen Schritt mit den Herausforderungen bei der Ausführung und der gesenkten Prognose. Bereits am 7. August hatte die Royal Bank of Canada ihr Kursziel leicht von 16,00 auf 15,00 US-Dollar nach unten korrigiert.

Zusätzlich belasteten Medienberichte über signifikante Anteilsverkäufe: In den letzten drei Monaten haben Insider Aktien im Gesamtwert von 479,1 Millionen US-Dollar veräußert, ohne dass Käufe aus diesem Kreis gemeldet wurden.

Zudem gab der Fonds Handelsbanken Fonder AB am 6. August bekannt, seine Position im zweiten Quartal um knapp 46 Prozent reduziert zu haben. Angesichts dieser Gemengelage bleibt der Titel unter Druck und notiert derzeit 60 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.

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