Fluence Energy Aktie: Houston stellt auf Handschweißen um

Technische Schwierigkeiten in Houston drücken Fluences Marge und Ergebnis. Analysten senken Bewertungen und Kursziele, während Europa-Projekte weiterlaufen.

Die Kernpunkte:
  • Houston setzt auf manuelles Schweißen
  • Bruttomarge fällt auf 5,1 Prozent
  • Nettoverlust von 44,3 Millionen Dollar
  • Baird senkt Kursziel auf 3 Dollar

Schwere operative Hürden am US-Fertigungsstandort Houston bringen Fluence Energy unter Zugzwang. Wenige Tage zuvor trennte sich das Unternehmen bereits von seinem Chief Product Officer. Im deutschen Handel verlor das Papier auf Wochensicht 20 Prozent an Wert.

Die Verzögerungen treffen den Spezialisten für Energiespeicher zur Unzeit. Das Management um Unternehmenschef Julian Jose Nebreda Marquez versucht seit Längerem, die Produktionskapazitäten in Nordamerika auszubauen. Doch die technischen Rückschläge in Texas werfen die ursprüngliche Zeitplanung deutlich zurück und zwingen das Unternehmen zu kostspieligen Notmaßnahmen in den Werkhallen.

Manuelles Schweißen bremst Gridstack-Produktion

Gemeinsam mit dem Partner Bergstrom fertigt Fluence in Houston thermische Managementsysteme für die Speicherplattform Gridstack Pro. Allerdings hinkt die Geschwindigkeit in der Endmontage den internen Vorgaben hinterher. Um die Auslieferungen aufrechtzuerhalten, stellte der Betrieb die Fertigungslinien auf manuelles Schweißen um.

Die finanziellen Folgen dieser Engpässe zeichneten sich bereits im dritten Geschäftsquartal 2026 ab. Die Bruttomarge nach US-GAAP brach auf 5,1 Prozent ein, verglichen mit 14,8 Prozent im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich verbuchte Fluence einen Nettoverlust von 44,3 Millionen US-Dollar, nachdem ein Jahr zuvor noch ein kleiner Gewinn erzielt worden war.

Während der US-Standort Probleme bereitet, läuft das europäische Projektgeschäft weiter. In Deutschland startete die Tochtergesellschaft Fluence Energy GmbH Mitte August gemeinsam mit LEAG Clean Power den Bau des Speicherprojekts Heinersbrück. Zudem befindet sich der Großspeicher Jänschwalde 1000 im Gigawatt-Bereich im Bau. Diese Vorhaben stützen die Marktposition in Europa, können die US-Belastungen kurzfristig aber nicht ausgleichen.

Analysten senken Daumen und Kursziele

An den Kapitalmärkten kam es umgehend zu deutlichen Abwertungen. Das Analysehaus Robert W. Baird stufte die Aktie am 17. September auf „Underperform“ ab und kappte das Kursziel drastisch auf 3,00 US-Dollar.

Die Analysten von BNP Paribas Exane reduzierten ihre Zielmarke zeitgleich auf 5,00 US-Dollar. Auch andere Experten passten ihre Schätzungen nach unten an, während der breite Konsens zunehmend auf Zurückhaltung umschwenkt.

Die Serie von Herabstufungen spiegelt den Vertrauensverlust wider, den das Management durch die wiederholten Hiobsbotschaften aus Texas verursacht hat. Hatten Marktbeobachter die Probleme zunächst für temporäre Anlaufschwierigkeiten gehalten, wachsen nun die Zweifel an der operativen Umsetzungsstärke des Konzerns.

Solange Fluence die Umstellung der Produktion in Texas nicht abgeschlossen und die Wirtschaftlichkeit der US-Linien wiederhergestellt hat, bleibt die Skepsis der Investoren hoch.

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