Fluence Energy Aktie: Houston-Werk bremst Auslieferungen

Fluence Energy rechnet 2026 mit 2,4 Milliarden US-Dollar Umsatz und 200 Millionen US-Dollar EBITDA-Verlust. Das Werk in Houston bremst.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzziel für 2026 deutlich reduziert
  • Erwarteter EBITDA-Fehlbetrag steigt auf 200 Millionen
  • Neuer COO soll Produktion stabilisieren
  • Aktie vorbörslich 14 Prozent schwächer

Gestern schockierte Fluence Energy die Anleger mit einer drastischen Korrektur seiner Geschäftsziele für das laufende Jahr 2026. Es ist bereits die zweite Prognosesenkung innerhalb kurzer Zeit, nachdem das Unternehmen bereits vor über einem Monat seine Erwartungen revidieren musste.

Der Spezialist für Energiespeicher kämpft mit erheblichen operativen Problemen in den USA, die das Ergebnis weit tiefer in die roten Zahlen drücken als bislang angenommen.

Operative Probleme im Werk Houston

Der Hauptgrund für die aktuelle Revision liegt in massiven Verzögerungen beim Hochfahren des Auftragsfertigungswerks in Houston. Medienberichten zufolge kommt die Produktion am texanischen Standort nicht wie geplant voran, was die Auslieferungen bremst und die Kostenstruktur belastet. In der Folge senkte das Management die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026 von zuvor rund 3,0 Milliarden US-Dollar auf nunmehr etwa 2,4 Milliarden US-Dollar.

Noch deutlicher fällt die Korrektur beim Ergebnis aus. Während Fluence Energy bislang mit einem bereinigten EBITDA-Verlust von lediglich 10 Millionen US-Dollar gerechnet hatte, wird nun ein Fehlbetrag von rund 200 Millionen US-Dollar erwartet.

Trotz dieser Rückschläge hält das Unternehmen an seinem langfristigen Ziel für das Geschäftsjahr 2027 fest: Dann soll ein neutraler bis positiver operativer Cashflow erreicht werden, ohne dass weiteres externes Kapital aufgenommen werden muss.

Umbau der Führungsebene und strategischer Druck

Parallel zur Prognosekürzung leitete das Unternehmen einen weitreichenden personellen Umbau ein, um die operativen Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen.

Bernerd Da Santos wurde zum Executive Vice President und Chief Operating Officer (COO) ernannt. Er wechselt von AES zu Fluence Energy und übernimmt die Verantwortung für die Bereiche Supply Chain, Fertigung und Produktentwicklung. Sein Basissalär wurde auf 650.000 US-Dollar festgesetzt, ergänzt durch signifikante Bonuszahlungen.

Gleichzeitig gab es weitere Veränderungen im Management und im Board.

CEO Julian Nebreda betonte, dass die Ernennung von Da Santos darauf abzielt, die aktuellen Herausforderungen in der Lieferkette und Produktion zügig zu lösen. Analysten reagierten dennoch skeptisch auf die erneuten Hiobsbotschaften und verwiesen auf die anhaltenden Belastungen durch operative Instabilitäten.

Politisches Umfeld und Kursreaktion

Zusätzlicher Druck lastet durch das politische Umfeld in den USA auf dem Sektor.

Da chinesische Hersteller fast 40 Prozent des Weltmarktes bei Batteriespeichern kontrollieren, erschwert dies die Beschaffungsstrategien für Unternehmen wie Fluence Energy erheblich.

An der Börse lösten die Nachrichten einen heftigen Ausverkauf aus. Die Aktie von Fluence Energy notiert heute vorbörslich bei 6,70 Euro, was einem Einbruch von 14 % entspricht. Damit setzt sich die seit Jahresbeginn anhaltende Talfahrt beschleunigt fort.

Das Papier hat inzwischen einen Abstand zum 52-Wochen-Hoch aufgebaut, was die tiefe Verunsicherung der Investoren widerspiegelt. Die kommenden Monate werden zeigen müssen, ob das neue Management die Produktion in Houston stabilisieren und den hohen Auftragsbestand profitabel abarbeiten kann.

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