FMC: RNA-Insektizide gehen in Feldtests
FMC und AgroSpheres prüfen zwei biologische Wirkstoffkandidaten weltweit, während Umsatzrückgang und Kursverluste die Aktie weiter belasten.

- Zwei RNA-Kandidaten gehen weltweit in Erprobung
- Feldtests starten in drei Regionen
- Aktie verliert binnen zwölf Monaten 72 Prozent
- Quartalsumsatz sinkt um 17,5 Prozent
Gemeinsam mit dem Technologiepartner AgroSpheres überführt FMC Corporation zwei biobasierte Pflanzenschutzmittel in die weltweite Erprobung. Wie die Unternehmen gestern mitteilten, beginnen großflächige Feldtests mit zwei RNA-Insektizid-Kandidaten in den USA, Brasilien und Teilen Asiens. Vorausgegangen waren mehrjährige Entwicklungsarbeiten sowie Tests im Labor, in Gewächshäusern und auf kleineren Versuchsflächen.
Die seit 2024 bestehende Kooperation zielt auf die Bekämpfung hartnäckiger Schädlinge wie dem Heerwurm und der Kohlmotte. Nach Angaben der Unternehmen übertrafen die beiden Wirkstoffkandidaten in den bisherigen Versuchsstadien die gängigen Industriestandards.
Milliardenschäden durch resistente Schädlinge
Der Vorstoß in RNA-basierte Schutzmittel adressiert ein massives Problem der globalen Landwirtschaft. Die anvisierten Schmetterlingsschädlinge vernichten weltweit Jahr für Jahr Nutzpflanzen im Wert von fast 14 Milliarden US-Dollar. Zunehmende Resistenzen gegen herkömmliche chemische Insektizide erhöhen den Handlungsdruck bei Landwirten und Herstellern.
Mit den nun gestarteten Freilandprüfungen auf drei Kontinenten soll nachgewiesen werden, ob die biologischen Wirkstoffe auch unter realen Witterungsbedingungen konstante Ergebnisse liefern. Ein erfolgreicher Verlauf könnte für FMC den Weg zur regulatorischen Zulassung und mittelfristigen Kommerzialisierung ebnen.
Operative Durststrecke belastet den Kurs
Die operative Erholung lässt an den Märkten derweil auf sich warten. Im deutschen Handel verliert die Aktie heute 1,6 Prozent auf 8,75 Euro. Über einen Zeitraum von zwölf Monaten summiert sich der Kursrückgang auf 72 Prozent.
Im zweiten Quartal erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 841,4 Millionen US-Dollar, was einem Rückgang von 17,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie lag FMC mit 0,26 US-Dollar hingegen über den Markterwartungen von 0,22 US-Dollar. Die Quartalsdividende wurde zuletzt bei 0,08 US-Dollar je Anteilsschein belassen.
Analysten erwarten für eine nachhaltige Trendwende vor allem wieder anziehende Volumina und den Abbau von Lagerbeständen in Schlüsselmärkten wie Lateinamerika. Mittelfristige Marktschätzungen trauen dem Konzern bis 2029 zwar eine Rückkehr zu einem Jahresumsatz von rund 3,9 Milliarden US-Dollar und den Schwenk in die Gewinnzone zu.
Ob die neue Generation biologischer Insektizide hierzu rechtzeitig einen signifikanten Beitrag leisten kann, hängt nun von den Resultaten der globalen Testreihen ab.
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