Fortinet Aktie: 9,63 Prozent vorbörslicher Sprung

Fortinet übertrifft mit starken Quartalszahlen die Markterwartungen und hebt die Jahresprognose an. Die Aktie reagiert mit deutlichen Kursgewinnen im vorbörslichen Handel.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz steigt um 26 Prozent
  • Prognose für Gesamtjahr angehoben
  • Neue Hochleistungs-Firewall vorgestellt
  • Kooperationen mit KI-Unternehmen vertieft

Der Cybersicherheitsspezialist Fortinet hat am gestrigen Abend Geschäftszahlen vorgelegt, die die Erwartungen des Marktes in nahezu allen Bereichen übertroffen haben. Besonders die starke Nachfrage nach Hardware-Lösungen und eine optimierte Prognose für das Gesamtjahr sorgen bei Anlegern für Begeisterung. Im heutigen vorbörslichen Handel legte die Aktie um 9,63 % zu.

Wachstumsschub bei Hardware und Abrechnungen

Im zweiten Quartal 2026 steigerte Fortinet seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 26 % auf 2,05 Milliarden US-Dollar. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war das Geschäft mit Produkten, das um 52 % auf 773 Millionen US-Dollar anwuchs. Auch die sogenannten Billings, eine wichtige Kennzahl für künftige Umsätze, stiegen deutlich um 33 % auf 2,37 Milliarden US-Dollar.

Das Unternehmen konnte zudem seine Profitabilität steigern. Die operative Marge auf Non-GAAP-Basis erreichte 38 %, was einer Verbesserung um 490 Basispunkte entspricht. Der bereinigte Gewinn pro Aktie belief sich auf 0,90 US-Dollar und lag damit deutlich über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 0,75 US-Dollar. Parallel zu den starken operativen Ergebnissen verbesserte die Ratingagentur Moody’s die Kreditwürdigkeit von Fortinet auf das Niveau A3.

Optimistischer Ausblick auf den SASE-Markt

Aufgrund der positiven Dynamik im ersten Halbjahr hob das Management die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr 2026 an. Fortinet rechnet nun mit einem Jahresumsatz zwischen 8,02 Milliarden und 8,18 Milliarden US-Dollar. Zuvor lag die Spanne bei 7,71 Milliarden bis 7,87 Milliarden US-Dollar. Auch die Erwartung für den bereinigten Gewinn pro Aktie wurde auf eine Spanne von 3,41 bis 3,47 US-Dollar nach oben korrigiert.

CEO Ken Xie begründete den Optimismus mit einer strukturellen Veränderung im Sicherheitsmarkt. Er verwies auf das enorme Potenzial des sogenannten „SASE Firewall“-Marktes, den er auf ein Volumen von rund 2 Billionen US-Dollar schätzt. Die Konvergenz von klassischen Firewalls und Cloud-basierten Sicherheitsdiensten (SASE) spiele dem Unternehmen dabei in die Karten. Im abgelaufenen Quartal verzeichneten die SASE-Abrechnungen bereits ein Wachstum von 34 %. Die Aktie setzt damit ihren starken Lauf fort und weist seit Jahresbeginn ein Plus von 114,47 % auf.

Produktinnovationen und KI-Partnerschaften

Flankierend zu den Finanzzahlen stellte Fortinet die neue FortiGate 1200G-Serie vor. Die ASIC-gestützte Firewall erreicht einen Durchsatz von 397 Gbit/s und soll ab dem dritten Quartal 2026 verfügbar sein. Das Gerät ist speziell darauf ausgelegt, als lokaler SASE-Knotenpunkt in unternehmenseigenen Umgebungen zu fungieren, um Anforderungen an die Datensouveränität und geringe Latenzzeiten zu erfüllen.

Um die Sicherheitsinfrastrukturen für Künstliche Intelligenz zu stärken, vertieft das Unternehmen zudem seine technologische Zusammenarbeit mit führenden Akteuren. Fortinet nannte in diesem Zusammenhang Partnerschaften mit NVIDIA, Intel, OpenAI und Anthropic. Diese Kooperationen zielen darauf ab, KI-gestützte Bedrohungserkennung und automatisierte Abwehrmechanismen direkt in die Hardware-Plattformen zu integrieren. Mit dem jüngsten Kursanstieg notiert das Papier nur noch 1,45 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von Mitte Juli.

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