Foxconn baut Roboter in Vietnam – und VW ruft 100.000 E-Autos zurück
Foxconn produziert humanoide Roboter in Vietnam, während VW 100.000 E-Autos wegen Brandgefahr zurückruft. Rohstoffmärkte zeigen geopolitische Spannungen.

- Foxconn-Tochter plant Roboterproduktion in Vietnam
- VW ruft 100.000 E-Autos wegen Brandgefahr zurück
- Kupferpreis steigt aufgrund von Angebotsknappheit
- US-Verbrauchervertrauen fällt auf historischen Tiefstand
Liebe Leserinnen und Leser,
gestern stellte ich die Frage, ob die Rotation aus Wachstumswerten in Substanz und Rohstoffe ein vorübergehendes Ausweichmanöver ist oder der Beginn einer dauerhaften Neuordnung. An diesem Wochenende verdichten sich die Hinweise: Es ist keine Rotation. Es ist ein Umbau.
5,98 US-Dollar kostet derzeit ein Pfund Kupfer – 23 Prozent mehr als vor einem Jahr. 49,8 Punkte zeigt der Michigan-Index für das US-Verbrauchervertrauen im April, der niedrigste Stand seit Beginn der Aufzeichnungen. Und dennoch hat der S&P 500 seit seinem Tiefpunkt Ende März rund 12 Prozent zugelegt. Drei Datenpunkte, die nicht zusammenpassen – es sei denn, man akzeptiert, dass sich die Weltwirtschaft gerade in zwei Sphären teilt: eine finanzielle und eine physische. Die finanzielle feiert Unternehmensgewinne. Die physische baut Fabriken, fördert Metalle und verlagert Lieferketten. Wer nur auf eine der beiden schaut, versteht keine.
Kupfer, Uran und die Rückkehr der Knappheit
Ohne Kupfer kein Windrad, kein Elektroauto, kein Rechenzentrum. Die Nachfrage wächst mit jeder Kilowattstunde, die die Welt zusätzlich aus erneuerbaren Quellen gewinnen will, mit jedem Server-Rack, das ein KI-Modell trainiert. Doch die Angebotsseite hält nicht Schritt. Die Förderung konzentriert sich auf drei Länder: Chile, Peru und die Demokratische Republik Kongo. In einer Welt, in der geopolitische Verlässlichkeit abnimmt, ist diese Konzentration ein Preistreiber mit Ansage. Technische Indikatoren deuten kurzfristig auf eine Konsolidierung hin. Mittelfristig spricht wenig gegen weiter steigende Preise.
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Beim Uran zeigt sich ein verwandtes Muster. Immer mehr Staaten erkennen Kernkraft als unverzichtbar für ihre Energieversorgung an – Produzenten wie Paladin Energy fahren ihre Langer-Heinrich-Mine in Namibia entsprechend hoch. Gleichzeitig sitzt der Iran laut aktuellen Berichten auf elf Tonnen hochangereichertem Uran, während sein Außenminister Abbas Araghtschi in Pakistan über Deeskalation verhandelt. Die Rohstoffmärkte preisen nicht mehr nur Angebot und Nachfrage ein. Sie preisen geopolitische Fragilität ein.
Vietnam wird zur Werkbank der nächsten Generation
Wer wissen will, wohin das Kapital fließt, das aus China abwandert oder nach Diversifizierung sucht, muss nach Vietnam schauen. Das Land vollzieht in diesen Monaten einen Sprung, der über günstige Lohnkosten weit hinausgeht.
In der Provinz Bac Ninh hat die Foxconn-Tochter Fushan Technology eine Lizenz zur Produktion humanoider Roboter beantragt. Ab November 2026 sollen hier Industrieroboter gefertigt werden – Maschinen, mit denen Foxconn perspektivisch seine eigenen Werke automatisieren will, auch jene in den USA. Parallel investiert der südkoreanische Posco-Konzern 270 Millionen US-Dollar in eine Anlage für synthetisches Graphit in Thai Nguyen, einen Schlüsselrohstoff für Batterien. Ho-Chi-Minh-Stadt hat in dieser Woche vier High-Tech-Projekte im Gesamtvolumen von 1,23 Milliarden US-Dollar genehmigt – darunter zwei Rechenzentren und ein Zentrum für Genomsequenzierung.
Südkorea allein hat mittlerweile über 95 Milliarden US-Dollar in Vietnam investiert. Was hier entsteht, ist nicht die verlängerte Werkbank Chinas. Es ist die physische Infrastruktur für das nächste industrielle Jahrzehnt.
160 Seiten Sparpaket in Wolfsburg
Wie schwer sich etablierte Industriekonzerne mit diesem Umbau tun, zeigt der Blick nach Niedersachsen. Volkswagen-Markenchef Thomas Schäfer fand bei einem Medienevent ungewöhnlich scharfe Worte über die eigenen Produkte: Die 2023er ID.4 ProS-Modelle – Listenpreis 53.000 US-Dollar – seien „keine wahren Volkswagens“. Der Gebrauchtwagenmarkt bestätigt das Urteil: Laut Kelley Blue Book verliert ein ID.4 in drei Jahren rund 63 Prozent seines Wertes.
Schwerer wiegt der Rückruf von fast 100.000 Elektroautos der MEB-Plattform – ID.3, ID.4 und Cupra Born – wegen fehlerhafter Hochvolt-Batteriemodule. Es besteht Brandgefahr.
Am Montag wird sich der Aufsichtsrat über eine 160-seitige Vorstandsunterlage beugen. Es geht um Kapazitätsabbau. Die Werke in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm stehen unter verschärfter Beobachtung. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hat eilig eine Standortgarantie für das E-Auto-Werk in Emden ausgesprochen. Konzernchef Oliver Blume spricht derweil von Überkapazitäten. Die Kluft zwischen politischem Versprechen und industrieller Realität lässt sich in Wolfsburg derzeit auf den Meter genau vermessen.
Der amerikanische Konsument und die Börse – zwei Welten
Die Wall Street stützt sich auf eine beeindruckende Zahl: 13,4 Prozent Nettogewinnmarge der S&P-500-Unternehmen im ersten Quartal. Tech-Werte wie Intel und Amazon haben die Indizes seit Ende März nach oben gezogen. So weit die gute Nachricht.
Die schlechte: Der Konsument, auf dem zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ruhen, verliert das Vertrauen. Der Michigan-Index bei 49,8 Punkten ist ein historischer Tiefstand. Die Inflationserwartungen der Verbraucher sind auf 4,7 Prozent hochgeschnellt. Benzin kostet vielerorts wieder 4 Dollar pro Gallone, die Zinsen bleiben hoch. Solche Divergenzen zwischen Börsenkursen und Verbraucherstimmung haben sich in der Vergangenheit selten dauerhaft gehalten. Die Frage ist nicht ob, sondern wann sich die beiden Kurven wieder annähern – und in welche Richtung.
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Was in der kommenden Woche zählt
Zwei Termine verdienen besondere Aufmerksamkeit. Am Montag tagt der VW-Aufsichtsrat. Was dort beschlossen wird, betrifft nicht nur Wolfsburg – es wird Signalwirkung für die gesamte deutsche Industriepolitik haben. Und in Pakistan laufen die Gespräche des iranischen Außenministers Araghtschi weiter. Jeder Fortschritt dort könnte die Risikoprämie aus dem Ölpreis drücken und den Märkten Luft verschaffen.
Die übergeordnete Beobachtung dieser Woche bleibt: Das Kapital wandert dorthin, wo physische Dinge entstehen – Kupferminen, Batteriefabriken, Rechenzentren. Wer diese Verschiebung für eine vorübergehende Mode hält, unterschätzt ihre Kraft. Wer sie versteht, erkennt die Investitionslogik des kommenden Jahrzehnts.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Rest des Wochenendes.
Herzlichst, Ihr Felix Baarz
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