Frankfurts 25.000er-Triumph, Bayers bittere Milliarden und der Pariser Rücktritts-Poker
Der deutsche Leitindex erreicht ein neues Rekordhoch, während Bayer einen milliardenschweren Vergleich schließt und Gerüchte über einen Rücktritt der EZB-Chefin die Märkte verunsichern.

- DAX schließt erstmals über 25.000 Punkten
- Bayers Milliardenvergleich führt zu heftigen Kursschwankungen
- Gerüchte um vorzeitigen Rücktritt von EZB-Chefin Lagarde
- Fed-Protokolle signalisieren weiterhin harten Zinskurs
Liebe Leserinnen und Leser,
es ist vollbracht. Was am Wochenende noch wie eine gläserne Decke über dem Frankfurter Parkett hing, wurde heute mit einer Mischung aus Erleichterung und Trotz durchstoßen. Der DAX hat die psychologisch massive Marke von 25.000 Punkten nicht nur berührt, sondern mit einem Schlussstand von 25.278 Zählern auch verteidigt.
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Doch wer glaubt, in Frankfurt herrsche nun ungetrübte Party-Stimmung, der irrt. Der heutige Handelstag glich einem Vexierbild: Während der Gesamtmarkt jubelt, leckt sich ein einstiges Aushängeschild der deutschen Industrie tiefe Wunden. Gleichzeitig weht aus Paris ein Gerücht herüber, das die Tektonik der europäischen Geldpolitik grundlegend verschieben könnte.
Lassen Sie uns die Ereignisse dieses denkwürdigen Mittwochs sortieren.
Der teure Frieden von Leverkusen
Es ist der Befreiungsschlag, auf den CEO Bill Anderson hinarbeitete, doch er schmeckt bitter. Bayer hat einen massiven Vergleich in den USA geschlossen, um den juristischen Albtraum der Glyphosat-Klagen endlich einzudämmen. Das Preisschild für diese „Planungssicherheit“ ist gewaltig: bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar.
Die Börse reagierte darauf mit einer fast schon manischen Volatilität. Gestern, als die Nachricht durchsickerte, schossen die Papiere euphorisch um über 7 Prozent nach oben. Heute folgte die brutale Ernüchterung: Ein Absturz um rund 8 Prozent radierte sämtliche Gewinne aus. Der Teufel steckt im Detail – oder besser: in der Bilanz. Die Rückstellungen müssen von 7,8 auf 11,8 Milliarden Euro erhöht werden.
Anderson erkauft sich Zeit. Die Zahlungen sollen gestreckt über 21 Jahre fließen – eine Ratenzahlung für die strategischen Fehler der Vergangenheit. Doch Analysten bleiben skeptisch: Das letzte Wort hat ein Gericht in Missouri, und die finale Entscheidung des obersten US-Gerichts steht noch aus. Bayer hat sich Luft gekauft, aber noch keine Freiheit.
Lagardes taktischer Rückzug?
Während Bayer mit der Vergangenheit kämpft, wird in Paris offenbar die Zukunft der EZB neu verhandelt. Ein Bericht der Financial Times sorgte heute für Unruhe an den Devisenmärkten: EZB-Präsidentin Christine Lagarde erwägt angeblich einen vorzeitigen Rücktritt.
Die Logik dahinter ist nicht monetär, sondern rein machtpolitisch. Lagardes reguläre Amtszeit endet erst im Oktober 2027. Doch im Frühjahr 2027 wählt Frankreich einen neuen Präsidenten. Die Sorge im Élysée-Palast und in Brüssel ist greifbar: Sollte das Rassemblement National (RN) die Wahl gewinnen, wäre der Einfluss auf die Lagarde-Nachfolge unkalkulierbar.
Lagardes vorzeitiger Abgang wäre ein Schachzug, um dem scheidenden Präsidenten Emmanuel Macron noch die Möglichkeit zu geben, einen genehmen Nachfolger zu installieren. Für den Euro bedeutete dieses politische Manöver heute vor allem eines: Unsicherheit.
Washington bleibt hart
Ganz anders die Stimmung jenseits des Atlantiks. Die US-Notenbank Fed lässt sich weder von Politik noch von Marktwünschen treiben. Die heute Abend veröffentlichten Protokolle (Minutes) der Januar-Sitzung bestätigen den Kurs der „technokratischen Härte“.
Der Leitzins verharrt bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Zwar gab es mit den Gouverneuren Miran und Waller zwei Abweichler, die eine sofortige Senkung forderten, doch die Mehrheit im Offenmarktausschuss sieht keine Eile. Die US-Wirtschaft, massiv angetrieben durch KI-Investitionen, läuft schlicht zu heiß für schnelle Lockerungen. Wer auf eine Zinssenkung im März gewettet hatte, wurde heute eines Besseren belehrt. Powell bleibt auf dem Bremspedal.
Rheinmetall: Der neue maritime Riese
In Düsseldorf wurde heute Vormittag Fakten geschaffen. Die EU-Kommission hat die Übernahme der Militärsparte der Lürssen-Werft (NVL) durch Rheinmetall durchgewunken. Damit steigt der Rüstungskonzern endgültig zum umfassenden „National Champion“ auf – zu Lande und nun auch zu Wasser. Der Deal schließt Teile der Hamburger Traditionswerft Blohm+Voss ein.
Der Hintergrund ist von zynischer Realität: Während die Konzernstrukturen wachsen, stockt die Diplomatie. Die Friedensgespräche in Genf zwischen der Ukraine und Russland verlaufen zäh. Der zweite Verhandlungstag endete heute nach nur zwei Stunden. Zwar sprach Russlands Delegationsleiter Medinski von „sachlichen Gesprächen“, und Präsident Selenskyj sieht militärische Fortschritte, doch der Durchbruch lässt auf sich warten. Solange am Verhandlungstisch geschwiegen wird, sprechen an der Börse die Auftragsbücher der Rüstungsindustrie.
BlackRocks neuer Zugriff
Zum Schluss ein Blick auf die Krypto-Märkte, die sich nach der Volatilität des Wochenendes neu sortieren. Bitcoin notiert wieder über der Marke von 68.000 US-Dollar, Ethereum kletterte über 2.000 Dollar.
Treibende Kraft ist die Institutionalisierung der Anlageklasse. BlackRock hat heute Details zu seinem neuen „iShares Staked Ethereum Trust ETF“ (Ticker: ETHB) veröffentlicht. Der Plan ist aggressiv: 70 bis 90 Prozent der gehaltenen Ether sollen „gestaked“ werden, um laufende Rendite zu erwirtschaften, mit Coinbase als Verwahrer. Es ist das endgültige Signal, dass die Wall Street Krypto nicht mehr als Spielwiese betrachtet, sondern als Ertragsmaschine.
Was das für Sie bedeutet
Der heutige Tag markiert eine Zäsur. Der DAX hat die 25.000er-Hürde genommen – ein starkes technisches Kaufsignal. Doch die Divergenz ist unübersehbar: Europa verstrickt sich in politische Ränkespiele (Lagarde) und Vergangenheitsbewältigung (Bayer), während die USA von einer robusten, fast zu starken Konjunktur getragen werden.
Für Ihr Depot heißt das: Genießen Sie den DAX-Rekord, aber behalten Sie die Anleihemärkte im Auge. Sollten die Renditen als Reaktion auf die harten Fed-Minutes weiter steigen, könnte der Aktien-Euphorie schnell der Sauerstoff entzogen werden.
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Ich wünsche Ihnen einen erkenntnisreichen Abend.
Herzlichst,
Ihr
Felix Baarz
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