Aktien DeutschlandNews Aktien

Fraport: Aktie auf dem Rückzug?

Der Flughafenbetreiber Fraport will sich laut Medienberichten von einem Teil des Cargo-Geschäftes trennen. So sollen Gespräche zwischen der Fraport-Tochter FCS und der Worldwide Flight Service (WFS) bereits kurz vor dem Abschluss stehen.

 

© Fraport

© Fraport

Die Planung laufe dahin, dass WFS entweder das Frachtabwicklungsgeschäft von Fraport komplett übernimmt oder beide Firmen ein Gemeinschaftsunternehmen bilden. Glaubt man dem Bericht, so soll der Deal in naher Zukunft verkündet werden.

Fraport selbst gibt sich da zurückhaltender. Das Unternehmen bestätigte, dass man einen Partner für die Frachtsparte suche, bestätigte aber WFS nicht als möglichen Partner. Fraport beabsichtigt, durch eine Partnerschaft das Geschäft zu verbessern und auszubauen.

WFS wurde vor etwas mehr als zwei Monaten von dem Finanzinvestor Platinum Equity übernommen. Das Unternehmen gilt als weltgrößter Luftfrachtabwickler. Insgesamt ist WFS in 22 Ländern an mehr als 140 Flughäfen aktiv und zählt rund 300 Fluggesellschaften zu seinen Kunden.

 

Fraport verzeichnet gutes Anfangsquartal

Bereits 2014 konnte Fraport gute Ergebnisse aufweisen. Der Umsatz wuchs um mehr als 3% auf 2,38 Mrd. Euro. Das EBITDA legte um knapp 8% auf ca. 790 Mio. zu. Unter dem Strich stand ein Konzern-Ergebnis von fast 252 Mio. Euro ausgewiesen werden, eine Steigerung von rund 7%.

Dieser Trend setzte sich im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres fort und das trotz der Streiks bei den Lufthansa-Piloten. Fraport erreichte im Berichtsquartal ein EBITDA von 153,1 Mio. Euro. Dies entspricht einem Plus von 14% gegenüber dem Vorjahresvergleichsquartal.

Die Passagierzahlen legten in den ersten drei Monaten um 2,7% zu. Auch gute Umsätze innerhalb der Ladengeschäfte im Flughafen, an denen das Unternehmen mitverdient, trugen ihren Anteil am Ergebnis.

 

Passagierzahlen erneut gestiegen

Im Mai dieses Jahres steigerte Fraport erneut die Passagierzahlen am Frankfurter Flughafen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum allein um 5,4%. Damit nutzten rund 5,6 Mio. Fluggäste den größten Flughafen Deutschlands.

Das Aufkommen im Cargo-Geschäft litt allerdings leicht unter der Anzahl der Feiertage im Mai. Daher ging das Aufkommen um 3,1% auf 179.831 Tonnen zurück bei einer um 0,7% leicht gestiegenen Anzahl der Flugbewegungen.

 

Missstimmung bei Fluggesellschaften

Mit dem Vorschlag für eine erneute Anhebung der Flughafengebühren zog sich Fraport unlängst den Missmut der Fluggesellschaften zu. Ginge es nach dem Flughafenbetreiber, sollten die Entgelte um durchschnittlich 1,9% ab 2016 angehoben werden.

Dieser Vorschlag stieß auf Unverständnis beim Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF). Nach dessen Vorstellungen müsste Fraport die Gebühren eher senken. Zur Finanzierung des Flughafenausbaus hatte Fraport bereits in den letzten 6 Jahren die Gebühren mehrfach angehoben. Damit ist Frankfurt der teuerste Flughafen in Deutschland.

 

Fraport mit guten Vorsätzen

Das laufende Geschäftsjahr will Fraport mit einem EBITDA von 820 bis 840 Mio. Euro abschließen. Steigen soll auch das Konzern-Ergebnis. Hier werden rund 265 bis 285 Mio. Euro erwartet

 

Aktie im Ruhemodus

Von Dezember letzten Jahres bis Mai lag die Aktie in einer Aufwärtsbewegung. Bei einem Jahreshoch von 62,30 Euro war dann abrupt Schluss und in der Folge sank die Aktie innerhalb von vier Wochen auf 56,18 Euro.

150630 Fraport

Auf etwa diesem Niveau bewegen sich die Papiere nach wie vor, was mit der Nachrichtenlage an sich nicht zu erklären ist. Die letzten Verluste schreiben wir der allgemeinen Unsicherheit im Markt hinsichtlich der Griechenland-Problematik zu. Fraport überzeugt mit sehr guten Zahlen und einem soliden Geschäftsfeld.

Vorheriger Beitrag

Softline auf gutem Weg, die Aktie auch?

Nächster Beitrag

Gerresheimer: Aktie im Sinkflug