Fraport verzeichnet neue Rekorde, Aktie weiter rückläufig

Der Flughafenbetreiber Fraport konnte bereits im Juli mit 6,2 Mio. Passagieren Firmengeschichte schreiben. Die nun gemeldeten Passagierzahlen für den Monat August setzen dabei nun einen neuen Rekord.

 

© Fraport
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Insgesamt nutzten im vergangenen Monat 6,3 Mio. Passagiere den Flughafen Frankfurt. Dies entspricht einer Steigerung von 3,2% gegenüber dem Vorjahresmonat. Aber es gab noch einen weiteren Bestwert.

 

Fraport mit neuem Tageshöchststand

Am 2. August verzeichnete Fraport mit einem Aufkommen von 217.500 Fluggästen einen neuen Tageshöchstwert. Die Auslastung der Flugzeuge lag bei 85,5% und damit so hoch wie noch nie zuvor.

Leicht gestiegen ist auch die Anzahl der Flugbewegungen. Gegenüber dem Vorjahr ging es hier um 0,2% auf 42.787 nach oben. Rückläufig entwickelte sich dagegen das Frachtgeschäft. Um insgesamt 4,2% auf 172.055 Tonnen ging das Cargo-Aufkommen einschließlich umgeladener Fracht zurück. Fraport machte hierfür die anhaltende Schwäche im Welthandel, insbesondere auf den Asien-Strecken, verantwortlich.

 

Lufthansa setzt Streikende durch

Das Management der Lufthansa wird auch aufatmen. Für die Fluggesellschaft stellt der Flughafen Frankfurt das wichtigste Drehkreuz dar. Etliche Einbußen wurden hier bereits in der Vergangenheit durch die Streikrunden der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) verzeichnet.

In dieser Woche begann die 13. Streikrunde innerhalb von 18 Monaten, welche jedoch durch ein Urteil des Hessischen Landesarbeitsgerichtes gestern Mittag gestoppt wurde. Das Gericht erklärte den Streik für rechtswidrig. Begründet wurde dies damit, dass man nur für Dinge streiken darf, die in einem Tarifvertrag geregelt sind.

Bei dem Streik der Piloten ging es zwar auch um die Altersversorgung und damit eine Rentenfrage, aber auch darum, mehr Einfluss und Mitsprache in Bezug auf die Billiglinie Eurowings zu erhalten. Die Lufthansa hatte bereits eine Schadensersatzklage gegen die Gewerkschaft über 60 Mio. Euro angekündgt, da sie auch den ersten Streik der Piloten im April 2014 für rechtswidrig hält.

 

Internationales Geschäft durchwachsen

International verlief die Entwicklung für Fraport recht unterschiedlich. So erhöhten sich beispielsweise am Flughafen Ljubljana in Slowenien die Passagierzahlen um 10,4% auf rund 180.000. Am Flughafen Xi’an in China lag das Plus bei 8,9%.

Einbußen gab es dagegen an den Flughäfen Varna und Burgas, hier ging die Zahl der Passagiere um 2,9% zurück. Auch Antalya verlor 0,5% und in St. Petersburg lag der Rückgang der Passagierzahlen bei 3,7%.

Fraport hofft auf Entschädigung

Einen kleinen Erfolg gab es für Fraport in Manila. Hier hatte die Gesellschaft Piatco, an welcher Fraport mit 30% beteiligt ist, das Terminal 3 des Hauptstadtflughafens um die Jahrtausendwende gebaut, wurde dann aber im Jahr 2004 durch die Regierung enteignet. Seither versucht Fraport, dafür eine Entschädigung zu erhalten.

Jetzt sprach der oberste Gerichtshof des Landes Piatco eine Entschädigung in Höhe von 510 Mio. Dollar, umgerechnet 456 Mio. Euro, zu. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig und damit ist auch noch offen, wann die Zahlung erfolgen soll. Ebenso ist noch nicht klar, wie hoch der Anteil von Fraport an dieser Summe ausfallen wird.

 

Aktie auf niedrigem Niveau

Die Aktie von Fraport bietet zurzeit ein trauriges Bild. Noch vor gut einem Monat mit Bekanntgabe der Zahlen für das 1. Halbjahr lag das Niveau der Aktie noch um die 60,00 Euro. Derzeit sind es nur noch um die 52,00 Euro. Damit liegt der Wert wieder auf dem Niveau von Mitte Januar dieses Jahres. Die Gewinne der letzten Monate wurden damit vollständig wieder einkassiert.

150910 Fraport

Der letzte Streik der Lufthansa wirkte darüber hinaus negativ auf die Aktie. Hier sollten Anleger die weitere Entwicklung im Auge behalten. Die zuletzt veröffentlichten Halbjahreszahlen sorgten für Enttäuschung, da das EBITDA die Erwartungen des Marktes nicht erfüllt, wenn auch gesagt werden muss, dass das Zahlenwerk insgesamt gut ausfiel.

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