Fraport wächst weiter, aber die Aktie verliert

Der Flughafenbetreiber Fraport zog laut Vorstandsvorsitzendem Stefan Schulte eine positive Bilanz für das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres. Sowohl Umsatz als auch Gewinn erzielten ein Plus. Die Aktie muss dennoch heute herbe Verluste verkraften.

 

© Fraport
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Dabei lag der Umsatz mit einem Anstieg von 10,6% auf 1,24 Mrd. Euro über den Erwartungen der Analysten. Diese gingen von 1,23 Mrd. Euro aus. Der Konzern begründete diesen Zuwachs mit einer positiven Verkehrsentwicklung, Währungseffekten und höheren Einnahmen im Retail-Geschäft.

 

Gewinn von Fraport unter den Erwartungen

Beim EBITDA konnte Fraport jedoch die Analystenerwartungen nicht erfüllen. Während diese mit 392 Mio. Euro gerechnet hatten, wies Fraport ein EBITDA von 385 Mio. Euro, was jedoch immer noch einem Plus von 8,7% entsprach.

Unter dem Strich steigerte Fraport das Konzernergebnis um 11,3 Mio. Euro auf 103 Mio. Euro. Der freie Cashflow stieg von 107,6 Mio. Euro auf 189,7 Mio. Euro bedingt durch einen besseren operativen Cashflow und geringe Mittelabflüsse für Investitionen.

Der Flughafen Frankfurt ist nach wie vor der wichtigste Standort für Fraport. Insgesamt stieg hier das Passagieraufkommen im 1. Halbjahr um 4,1% auf knapp 29 Mio. Passagiere. Da auch weiterhin hier ein starkes Wachstum erwartet wird, soll in diesem Jahr mit dem Bau eines 3. Terminals begonnen werden.

 

Wie geht es in Griechenland weiter?

Wohin die Reise für Fraport in Griechenland geht, ist dagegen nach wie vor ungeklärt. Im Herbst des letzten Jahres hatte der Konzern hier den Zuschlag für den Betrieb von insgesamt 14 regionalen Flughäfen erhalten. Allerdings wurde der Verkauf im Anschluss auf Eis gelegt. Die jetzige Regierung plant einen baldigen Abschluss des Verkaufs im Zuge der aktuellen Reformen, Details gab es jedoch weiter nicht.

 

Prognose bestätigt

Die Prognose für den Rest des Geschäftsjahres bestätigte Fraport. Danach wird ein Anstieg beim Umsatz von 2,4 Mrd. Euro im Vorjahr auf ca. 2,55 bis 2,6 Mrd. Euro erwartet. Das EBITDA soll bei ca. 820 bis 840 Mrd. Euro nach 790 Mio. Euro im Vorjahr liegen und das EBIT wird bei 500 bis 520 Mio. Euro erwartet nach 483 Mio. Euro im Jahr zuvor.

 

Aktie übernimmt die rote Laterne

Die Anlegerseite teilte den Optimismus von Fraport heute nicht und sorgte dadurch auf der Aktienseite für Verluste von knapp 5%. Daher gehört der Konzern heute zu den Verlierern im MDAX.

150806 Fraport

Die Enttäuschung wird sicher zum Hauptteil dem Gewinn geschuldet sein. Dieser fiel zwar recht ordentlich aus, aber lag unter den Erwartungen des Marktes, was die Aktie weiter unter Druck bringen dürfte. Aktuell liegt hier die nächste Unterstützung bei ca. 57,00 Euro, während der nächste Widerstand bei knapp 59,00 Euro angesiedelt ist.

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