Freenet Aktie: Auf Eineinhalb-Jahres-Tief – Wo liegt der Boden?

Eigentlich macht Freenet eine ganz passable Figur. Die Geschäftsentwicklung des Kommunikations- und TV-Anbieters im ersten Halbjahr verlief eher unspektakulär. Während der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 1,23 Mrd. Euro konstant blieb, verbesserte sich das operative Ergebnis (EBITDA) um 8,4% auf 240,9 Mio. Euro.

Höhere Prognose

Positiv anzumerken war, dass sich der neu forcierte Geschäftsbereich TV-Streaming Geschäft mit einem Kundenstamm von derzeit 800.000 Nutzer sehr dynamisch entwickelt hat. Umsatz und EBITDA verbesserten sich in diesem Segment signifikant.

Entsprechend hatte Freenet auch schon nach den H1-Zahen die Prognose bezüglich des erwarteten EBITDA um 10 Mio. Euro erhöht. Man erwartet jetzt einen operativen Gewinn zwischen 460 und 480 Mio. Euro. Lt. Unternehmensplanung soll bis 2025 ein Wert von 520 Mio. Euro erzielt werden. Einzig die Abschreibungen auf die Marke „mobilcom-debitel“ in Höhe von 293 Mio. Euro belasten vorerst noch bis 2023. Danach soll der Nettogewinn wieder deutlich steigen.

Aktie von Freenet hängt in der Luft

Das alles spiegelt sich allerdings nicht in der Aktienperformance wider. Von seinem Jahreshoch im Mai bei rund 26,80 € büßte das Papier inzwischen knapp 30 % ein und liegt damit auf dem tiefsten Stand seit März 2021. Wobei man charttechnisch regelrecht in der Luft hängt. Denn die nächste ernst zu nehmende Auffang-Linie liegt erst im Bereich bei 17,50 € aus dem Februar 2021. Das wäre nochmals ein Abwärtsrisiko um rund 8 %.

Dabei weist die Aktie eigentlich schon eine relativ moderate Bewertung auf. Das geschätzte KGV für dieses Geschäftsjahr liegt bei gut 14, für nächstes Jahr bei 10,5. Die Aktie wird nur mit dem 0,9-fachen des Umsatzes bewertet und das Verhältnis Marktkapitalisierung zu Gewinnwachstum (PEG) liegt bei 1,1, was eine derzeit faire Bewertung signalisiert.

Warten auf die Q3-Zahlen

Um hier allerdings eine technische Trendwende einläuten zu können, müssen auch neue Impulse von den Fundamentaldaten kommen. Anfang November stehen die Q3-Zahlen auf dem Programm. Dabei dürfte der Fokus des Marktes vor allen Dingen auf dem operativen Ergebnis vor Abschreibungen liegen. Hier rechnen die Analysten derzeit im Konsens mit einem Ergebnis von 123 Mio. €, was einem Zuwachs zum Vorjahr um immerhin gut 4% entsprechen würde.

Klingt nicht sehr dynamisch, aber in der jetzigen Situation wäre das sicherlich ein wichtiger Ausweis eines stabilen Geschäftes, was Anleger sicherlich honorieren könnten. Also gilt es, hier auf die Zahlen zu warten, ehe man neu disponiert.

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