Fresenius Aktie: 52-Wochen-Schlusskurstief bei 36,35 Euro

Trotz Umsatz- und Ergebnissteigerung fällt die Fresenius-Aktie auf ein Jahrestief. Der Markt bevorzugt zyklische Werte.

Die Kernpunkte:
  • Aktie notiert auf 52-Wochen-Tief
  • Umsatz und Gewinn im ersten Quartal gestiegen
  • Operativer Cashflow vervierfacht sich
  • Abgabedruck durch Marktstimmung bleibt hoch

Der Mai war ein Monat zum Vergessen für Fresenius-Aktionäre. Mit einem Minus von 12,07 Prozent landete die Aktie auf dem letzten Platz im DAX. Dabei hatte der Gesundheitskonzern kurz zuvor solide Quartalszahlen vorgelegt. Die Schere zwischen operativer Stärke und Kursentwicklung öffnet sich.

Am Freitag schloss das Papier bei 36,35 Euro – exakt dem 52-Wochen-Schlusskurstief. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf rund 24 Prozent. Der RSI liegt bei 64,6, noch im neutralen Bereich, doch die Aktie notiert mehr als 22 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Ein klares Zeichen für anhaltenden Abgabedruck.

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Operative Stärke, schwacher Kurs

Die Quartalszahlen sprechen eine andere Sprache. Fresenius steigerte den Konzernumsatz im ersten Quartal auf 5,744 Milliarden Euro – organisch ein Plus von fünf Prozent. Das operative Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen legte währungsbereinigt um sechs Prozent auf 678 Millionen Euro zu. Der operative Cashflow vervierfachte sich auf 389 Millionen Euro, die Verschuldung verbesserte sich auf das untere Ende des Zielkorridors.

Das Kern-Nettoergebnis ohne Fresenius Medical Care und Vitrea stieg währungsbereinigt um 13 Prozent auf 460 Millionen Euro. Das Kern-Ergebnis je Aktie kletterte im gleichen Tempo auf 0,82 Euro. Die Sparten Fresenius Kabi und Helios wuchsen mit sechs beziehungsweise vier Prozent organisch – solide, aber nicht spektakulär.

Warum also der Kursrutsch? Der Markt scheint weniger auf die Vergangenheit als auf die Zukunft zu schauen. Der defensive Charakter der Aktie hilft aktuell nicht – im Gegenteil. Während Anleger verstärkt auf zyklische Werte setzen, verliert Fresenius an Attraktivität. Hinzu kommt, dass der Konzern mit 2,6-facher Verschuldung zwar solide dasteht, aber wenig Spielraum für große Aktionen bietet.

Nächste Woche wird entscheidend

In der kommenden Handelswoche rückt die Marke von 35,96 Euro in den Fokus – das Intraday-Tief der vergangenen Woche. Gelingt eine Erholung über 37 Euro, wäre das ein erstes Stabilisierungssignal. Bleibt der Druck bestehen, droht ein Test der runden 35-Euro-Marke.

Fresenius selbst hatte den Jahresauftakt als „exzellent“ bezeichnet und den Ausblick bestätigt. Ob das reicht, um nach dem schwachen Mai wieder Käufer anzulocken, muss sich zeigen. Der fundamentale Gegenwind aus dem Marktumfeld ist derzeit stärker als die operative Verbesserung – eine ungemütliche Kombination für Aktionäre.

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