Fresenius Aktie: Berenberg sieht Spielraum

Berenberg sieht ungenutztes Wachstumspotenzial außerhalb des Klinikgeschäfts und erwartet weitere Anhebungen der Branchenschätzungen.

Die Kernpunkte:
  • Kursziel steigt von 50 auf 54 Euro
  • Berenberg bestätigt die Kaufempfehlung
  • Prognose für 2027 liegt über Konsens
  • Analystenziele bewegen sich zwischen 54 und 57 Euro

Der Markt behandelt Fresenius noch immer wie einen Krankenhauskonzern. Berenberg hält das für eine Fehleinschätzung und hebt das Kursziel von 50 auf 54 Euro an. Die Einstufung bleibt bei „Buy“.

Konglomerat-Abschlag als Ansatzpunkt

Die Privatbank argumentiert, der Markt bewerte Fresenius als vom Klinikgeschäft geprägtes Konglomerat. Die Transformation hin zu schneller wachsenden Feldern werde dabei bisher nicht gewürdigt. Gemeint sind Biosimilars, Spezialnahrung und Medizintechnik.

Analyst Harry Gillis, der die Aktie ab sofort betreut, traut dem Konzern mittelfristig ein jährliches Ergebniswachstum je Aktie im hohen einstelligen Prozentbereich zu. Seine Prognose für 2027 liegt zwei Prozent über der Konsensschätzung.

Konservatives Management, steigende Erwartungen

Als Argument für höhere Konsensschätzungen führt Gillis die Prognosehistorie an. Das vorsichtig planende Management habe den Ausblick binnen zwei Jahren viermal angehoben. Aus Sicht des Analysten dürften die Schätzungen der Branche daher weiter Luft nach oben haben.

Die Aktie notierte am Freitagnachmittag auf Tradegate mit einem leichten Plus von 0,36 Prozent bei 45,49 Euro. Das neue Berenberg-Ziel liegt damit gut 18 Prozent über dem Kurs.

Analystenlager insgesamt optimistisch

Berenberg bewegt sich am unteren Rand der Bandbreite. Die Kursziele der zuletzt erfassten Analysten reichen von 54 bis 57 Euro. Auf der Dividendenseite zahlte Fresenius zuletzt 1,05 Euro je Aktie, was einer Rendite von rund 2,7 Prozent entsprach.

Damit ist der Konsens klar: Selbst das niedrigste Ziel im Analystenkreis liegt deutlich über dem aktuellen Kurs. Berenbergs These, dass der Konglomeratsabschlag schrumpfen könnte, stützt sich vor allem auf die Erwartung weiterer Prognoseanhebungen. Ein möglicher Prüfstein ist die nächste Runde der Geschäftszahlen, an der sich zeigt, ob das Management seine Serie fortsetzt.

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