Fresenius: Dividenden-Aristokrat mit Ärger

Der Gesundheitskonzern Fresenius steigt mit seinen neuesten Ergebnissen in die Dividenden-Aristokratie auf. Denn die Bad Homburger haben das 25. Mal infolge eine Dividendenerhöhung für ihre Aktionäre angekündigt. Doch noch immer droht Ärger mit dem Sorgenkind Akron.

Für das abgelaufene Jahr 2017 wird den Aktionären eine um 21% erhöhte Dividende von 0,75 Euro nach 0,62 Euro im Vorjahr ausbezahlt. Die vorgeschlagene Ausschüttungssumme beträgt 416 Millionen Euro. Und auch sonst konnten sich die Zahlen durchaus sehen lassen:

Fresenius liefert gute Ergebnisse bei Umsatz und Gewinn

Das 14. Jahr hintereinander konnte Fresenius sowohl den Umsatz als auch den Gewinn steigern. Dank eines guten Geschäfts mit Privatkliniken stieg der Umsatz in 2017, gemessen am Vorjahr, um 15% auf knapp 33,9 Milliarden Euro. Der Gewinn kletterte um 16% auf gut 1,8 Milliarden Euro. Die Übernahme der spanischen Quironsalud sorgte weiterhin für Auftrieb. Hier schoss der Umsatz sogar um 48% in die Höhe. Auch in der Sparte der Flüssigmedizin gab es kräftige Zuwächse. Wenn da nur nicht das Sorgenkind Akron wäre:

Immer Ärger mit Akorn

Die Sorgen bei den Anlegern, Fresenius hätte sich vielleicht mit dem US-Zukauf verhoben, belasten die Aktie schon länger. Denn beim umstrittenen Übernahmeziel habe es eventuell Unregelmäßigkeiten in der Produktentwicklung gegeben. Fresenius führt an, dass man unter Einbeziehungen externer Sachverständiger eine unabhängige Untersuchung zu angeblichen Verstößen gegen FDA-Vorgaben zur Datenintegrität in der Produktentwicklung von Akorn, Inc. untersucht.

Falls sich diese Vorwürfe erhärten sollten, könnte Fresenius von der Übernahme des Generika-Spezialisten Akorn zurücktreten. Ursprünglich sollte der Kauf von Akorn Anfang 2018 abgeschlossen sein, aber zuletzt zog sich die kartellrechtliche Prüfung in den USA dahin.

Fresenius erwartet weiteren Anstieg

Doch die Bad Homburger bleiben optimistisch: Für 2018 erwartet Fresenius einen währungsbereinigten Anstieg des Konzernumsatzes zwischen 5 und 8%. Das Ergebnis des Konzerns soll um 6 bis 9% steigen. Die nächste Hauptversammlung findet am 18. Mai 2018 statt.

FMC profitiert von US- Steuerreform

Auch die Fresenius-Tochter FMC konnte erneut überzeugen. Der Dialysekonzern hat im vierten Quartal deutlich mehr verdient und verbuchte ein Rekordergebnis. Unterm Strich steht ein Plus beim Umsatz von 7% auf 17,8 Milliarden Euro zu Buche. Die Erlöse im vierten Quartal blieben allerdings leicht unter den Erwartungen. Zudem profitierte FMC von der US-Steuerreform, sie hat den Gewinn von 1,28 Milliarden Euro positiv beeinflusst.

Genauso wie bei der Mutter können sich die FMC-Aktionäre auf einen Dividendenerhöhung einstellen. Sie soll um 10 Cent auf 1,06 Euro gesteigert werden. Im neuen Geschäftsjahr 2018 will FMC um 13 bis 15% zulegen. Dabei sollen positive US-Steuereffekte von 140 bis 160 Millionen Euro helfen.

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