Fresenius geht auf Brautschau – Knackt die Aktie das Jahreshoch?

Gesundheit wird immer teurer. Verbesserte Behandlungsmöglichkeiten, neue Medikamente und immer mehr Menschen, die aufgrund von chronischen Erkrankungen auf Pflege angewiesen sind, schrauben die Kosten stetig nach oben.

 

© Fresenius
© Fresenius

Kliniken und Ärzte müssen stets die Kosten im Blick haben, um unter dem Strich wirtschaftlich bestehen zu können. Daher wurden in den 2.000 Kliniken in Deutschland auch die Rotstifte angesetzt, um die Profitabilität zu erhöhen.

 

Fresenius mit kraftvollem Start

Einer dieser Krankenhaus-Betreiber ist Fresenius. Durch die Übernahme von 40 Rhön-Kliniken im vergangenen Jahr wurde man zur Nummer 1 auf diesem Gebiet. Der Erfolg von Fresenius und seinen Töchtern spricht für sich.

Bereits im 1. Quartal dieses Jahres liefen die Geschäfte so gut, dass der Konzern seine Prognose für das Gesamtjahr deutlich anhob. Das EBIT erreichte in den ersten drei Monaten des Jahres ein Plus von 32% und kletterte auf 851 Mio. Euro. Der bereinigte Umsatz stieg auf 6,5 Mrd. Euro, ein Zuwachs von 24%.

Positiv wirkte sich der schwache Euro aus, aber auch ohne diesen Währungseinfluss war ein kräftiges Wachstum zu verzeichnen. Vor Sondereffekten blieb unter dem Strich ein Gewinn von 292 Mio. Euro und damit ein Plus von 28%.

 

Korrektur der Prognose

Fresenius erwartet nunmehr für dieses Jahr ein bereinigtes Konzernergebnis von 13 bis 16%. Zuvor war man von 9 bis 12% ausgegangen. Für den Umsatz wird ein währungsbereinigter Anstieg von 7 bis 10% erwartet.

Bis 2017 will Fresenius einen Umsatz von 30 Mrd. Euro generieren. Der Gewinn soll dann zwischen 1,4 bis 1,5 Mrd. Euro erreichen. Positiv könnte sich hier der starke Dollar auswirken. Bleibt dieser bei der jetzigen Stärke, wären diese Ziele ggf. auch früher schon zu erreichen. Immerhin generiert Fresenius rund 40% der Umsätze in den USA.

 

Expansion ist das Ziel

Doch das alles ist noch nicht genug. Der Konzern hat es sich auf die Fahne geschrieben, das Wachstum weiter voranzutreiben und auf dem Expansionspfad Ausschau nach geeigneten Kandidaten zu halten.

Weitere Krankenhäuser sollen hinzukommen. Dabei spielt es für Fresenius keine Rolle, ob dieser von öffentlicher oder privater Hand betrieben werden. Konzernchef Schneider führte aus, dass dieser Markt ein Volumen von mehr als 80 Mrd. Euro ausweist. Der Marktanteil von Fresenius in diesem Segment beträgt derzeit ca. 6%. Insofern gäbe es noch genügend Raum für Zuwachs.

Auch vor dem Ausland macht der Konzern dabei nicht halt. Bereits jetzt betreibt Fresenius in den USA ein Netzwerk von Dialyse-Stationen. Mittelfristig will man auch außerhalb von Deutschland weiter wachsen und das nicht nur in Europa.

Früh den Fuß in der Tür zu haben, hat sich bereits in der Vergangenheit bewährt. So ist der Konzern beispielsweise seit 1982 in China vertreten und damit wesentlich früher als andere. Als die Märkte begannen, sich für diese Wachstumsregion zu interessieren, hatte Fresenius bereits ein eigenes Werk vor Ort. Diese Strategie zahlte sich bisher aus.

 

Aktie äußerst stark

Anleger haben ihre reine Freude an den Papieren. Seit Oktober letzten Jahres liegt die Aktie in einem deutlichen Aufwärtstrend und das Ende der Fahnenstange ist hier sicher noch nicht erreicht.

150706 Fresenius

Fresenius verfügt über ein solides finanzielles Fundament und steht unter einer guten Führung mit durchdachter Strategie. Dies unterlegen auch die Unternehmenszahlen mehr als deutlich. Das aktuelle Jahreshoch bei 59,73 Euro sollte über kurz oder lang geknackt werden. Kurze Schwächephasen sollten hier nicht weiter beunruhigen, da diese eher der negativen Stimmung am Markt durch die aktuelle Lage im Hinblick auf Griechenland geschuldet sind.

%d Bloggern gefällt das: