Fresenius – keine großen Übernahmen in Sicht

Fresenius ist in den letzten Jahren deutlich durch größere Übernahmen gewachsen. Allerdings sieht der Medizinkonzern momentan keine attraktiven Angebote am Markt. Das sagte Chef Stephan Sturm gegenüber der DPA.

Nachdem die Übernahme von Akorn abgesagt wurde, gibt es im Markt derzeit keine passenden Angebote für Fresenius. “Dies liegt aber nicht an unserer Bereitschaft, sondern am Angebot”, sagte Sturm gegenüber der Presse. “Wir werden deshalb eher einzelne Medikamente oder kleinere Portfolios erwerben.”

Der geplatzte Akorn-Deal hat dem Konzern im letzten Jahr stark zugesetzt. Bei Akorn kamen manipulierte Medikamententests an die Oberfläche und Fresenius wendete die 4,4 Milliarden Euro-Übernahme vor Gericht noch ab. Und auch die Geschäfte liefen nicht mehr ganz so rund, sodass 2018 zweimal die Gewinnziele korrigiert werden mussten. Der Aktienkurs brach darauf ein. Das möchte das DAX-Unternehmen nicht so schnell wieder erleben. Denn die Senkung sei für Fresenius “etwas Neues” gewesen – “und soll etwas Einmaliges bleiben,“ sagte Sturm.

Ergebnis soll wieder wachsen

Nun will man zurück zum alten Glanz und hat das Jahr 2019 zum “Investitionsjahr” erklärt. Beim Konzerngewinn rechnet Sturm währungsbereinigt mit einer Stagnation. Mittelfristig soll das Ergebnis aber wieder kräftig wachsen.

Fresenius, Betreiber von Privatkliniken und Verkäufer von Flüssigmedizin wie Infusionen etc., ist in den letzten Jahren durch große Übernahmen gewachsen. 2017 kaufte man die spanische Klinikkette Quirónsalud für gut 5,7 Milliarden Euro sowie ein Portfolio von Merck. Letztens schloss der DAX-Konzern die 1,7 Milliarden Euro schwere Übernahme des US-Medizintechnikkonzern NxStage ab. Hier will man vom Trend zur Heimdialyse bei Nierenpatienten profitieren.

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