Fresenius Medical Care Aktie: Anleger ignorieren Skepsis

FMC meldet im dritten Quartal einen niedrigeren operativen Gewinn und engt die Ergebnisprognose für 2026 ein; der Umsatz legte leicht zu.

Die Kernpunkte:
  • Operatives Ergebnis sinkt um fünf Prozent
  • China-Neuausrichtung kostet 108 Millionen Euro
  • Umsatz wächst währungsbedingt um ein Prozent
  • Management zielt auf untere Prognosehälfte

Erst rutschte die Aktie um viereinhalb Prozent ab, dann drehte sie ins Plus. Fresenius Medical Care hat heute gedämpfte Jahresziele vorgelegt, doch der Markt griff nach kurzem Zögern zu. Die Analysten sind skeptischer als die Käufer.

Zahlen mit Schönheitsfehler

Das bereinigte operative Ergebnis sank im dritten Quartal um 5 Prozent auf 545 Millionen Euro und fiel damit besser aus als befürchtet. Hauptgrund für den Rückgang waren Kosten von 108 Millionen Euro für die Neuausrichtung in China. Der Konzern beendet dort unter anderem Produktion und Vertrieb älterer Dialysesysteme. Der Überschuss brach um mehr als 40 Prozent auf 160 Millionen Euro ein.

Im eigentlichen Dialysegeschäft lief es besser. Höhere Personalkosten und das Auslaufen günstiger US-Vergütungsregeln für neue Medikamente (TDAPA) glich FMC durch Einsparungen und höhere Vergütungen mehr als aus. Der Umsatz legte dank Währungseffekten um 1 Prozent auf 4,94 Milliarden Euro zu.

Engere Prognose, neuer Chef

Konzernchef Shervin Korangy erwartet für 2026 ein währungsbereinigt stabiles bis im mittleren einstelligen Prozentbereich sinkendes operatives Ergebnis. Das Management peilt die untere Hälfte dieser Spanne an. Zuvor hatte die Prognose auch einen Zuwachs in ähnlicher Größenordnung umfasst. Das Umsatzziel bestätigte Korangy.

Er führt den Konzern erst seit drei Wochen. Im Oktober hatte er überraschend Helen Giza abgelöst. Ihr Umbauprogramm soll bis 2027 Einsparungen von 1,2 Milliarden Euro bringen, Korangy nennt es eine solide Grundlage. Künftig will er Innovationen beschleunigen und den Zugang zur Nierenversorgung ausbauen. Zur laufenden Entwicklung gab er sich zurückhaltend.

Analysten bleiben vorsichtig

Die neue Prognose impliziert nach Rechnung von Goldman-Analyst Richard Felton einen deutlichen Ergebnisrückgang im Schlussquartal. JPMorgan-Analyst David Adlington sieht das Verhältnis von Chancen und Risiken weiter ungünstig. Das organische US-Behandlungswachstum lag bei minus 1,1 Prozent, nach minus 0,9 Prozent im zweiten und minus 0,4 Prozent im ersten Quartal.

Adlington erwartet deshalb auch in den kommenden Quartalen schwächere Gewinne. Das bessere Quartalsergebnis habe zudem nur an den TDAPA-Erstattungen gelegen.

An der Börse überwog zunächst der Optimismus. Die Aktie stieg zuletzt auf rund 41,40 Euro, ein Plus von gut zwei Prozent. Das ist der höchste Stand seit fast vier Wochen und rund 15 Prozent über dem Tief des Vormonats. Sie hält sich damit über den 200-Tage-Linien. Das Hoch von 2018 bei fast 94 Euro bleibt allerdings weit entfernt.

Den Praxistest liefert das vierte Quartal: Es soll nach der neuen Prognose deutlich schwächer ausfallen, die Zahlen dazu folgen mit den Jahreszahlen.

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