Fresenius Medical Care Aktie: Hacker dringen in IT-Systeme ein

Ein Cybervorfall betrifft interne Systeme von Fresenius Medical Care, lässt Versorgung und Betrieb aber ungestört; ein möglicher Datendiebstahl ist unbestätigt.

Die Kernpunkte:
  • Begrenzte Zahl interner Systeme betroffen
  • Patientenversorgung und Produktion laufen weiter
  • ShinyHunters behauptet möglichen Datenabgriff
  • Aktie verliert 0,08 Prozent

Unbekannte Angreifer haben sich unbefugten Zugriff auf IT-Systeme von Fresenius Medical Care verschafft. Der Bad Homburger Dialysekonzern teilte mit, dass eine begrenzte Anzahl interner Systeme von dem Vorfall betroffen ist.

Das Unternehmen leitete umgehend Maßnahmen zur Eindämmung ein und schaltete externe Cybersicherheitsexperten sowie Ermittlungsbehörden ein. An der Börse reagierten die Anleger gelassen: Die im DAX notierte Aktie verzeichnete heute ein minimales Minus von 0,08 Prozent auf 39,35 Euro.

Patientenversorgung und Produktion bleiben unberührt

Für Patienten und Kliniken gibt es vorerst Entwarnung. Nach Angaben des Konzerns hat der Angriff keine Auswirkungen auf die Patientenversorgung und medizinische Geräte. Auch die Produktion sowie der laufende Geschäftsbetrieb werden ohne Unterbrechung fortgeführt.

Weder zur Schadenshöhe noch zu einem möglichen Datenabgriff machte der Dialysespezialist konkrete Angaben. Allerdings erhob eine Gruppe namens ShinyHunters öffentlich den Anspruch, Daten des Konzerns entwendet zu haben.

Die Gruppierung drohte mit einer Veröffentlichung nach Ablauf einer Frist bis zum 25. September. Unabhängige Belege oder Datenproben legte die Gruppe bisher nicht vor. Eine Bestätigung für einen solchen Datenverlust gibt es vonseiten des Unternehmens nicht.

Wachsende Bedrohungslage für die Wirtschaft

Der Zwischenfall bei Fresenius Medical Care fügt sich in eine Serie zunehmender Angriffe auf Konzerne ein. Einer Befragung des Digitalverbands Bitkom zufolge waren zuletzt rund 96 Prozent der Industrieunternehmen binnen eines Jahres von Sabotage, Datendiebstahl oder Spionage betroffen.

Der Verband beziffert den jährlichen Gesamtschaden für die deutsche Volkswirtschaft auf mindestens 211 Milliarden Euro. Dabei ordnete mehr als jedes dritte betroffene Unternehmen Angriffe staatlichen Akteuren zu.

Fresenius Medical Care betonte, alle rechtlichen und regulatorischen Pflichten einzuhalten und eng mit den Strafverfolgungs- und Datenschutzbehörden zusammenzuarbeiten. Für Anleger bleibt der Sicherheitsvorfall vorerst ein Risikofaktor ohne sichtbare Bremsspuren im Tagesgeschäft.

Seit Jahresanfang weist das Papier ein moderates Minus von 3,1 Prozent auf. Die weitere Entwicklung hängt nun maßgeblich davon ab, ob die interne Sicherheitsprüfung die Systeme ohne operative Folgekosten vollständig bereinigen kann.

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