FTSE 100: London bleibt hinter Europa zurück
Der britische Leitindex fällt um 0,4 Prozent, während sich Europas Märkte erholen. Technologiewerte und Nahost-Konflikt belasten die Stimmung in London.

- FTSE 100 fällt gegen den Trend
- Technologiesektor belastet den Index
- Geopolitische Spannungen bleiben Risikofaktor
- Rémy Cointreau mit deutlichem Kursplus
Während sich der europäische Aktienmarkt am Donnerstag von seinen jüngsten Verlusten erholt, läuft London gegen den Trend. Der FTSE 100 gab am Mittag um 0,4 Prozent auf 10.293 Punkte nach — ein klarer Kontrast zum EuroStoxx 50, der zur gleichen Zeit um 0,3 Prozent auf 6.071 Punkte zulegte.
Halbleiter ziehen den Markt nach unten
Ein wesentlicher Belastungsfaktor: die Schwäche im Technologiesektor. Der KI-Chipriese Broadcom hatte am Vorabend mit seinem Ausblick die hohen Erwartungen nicht vollständig erfüllt. Der Nasdaq 100 schloss bereits im Minus, und die Stimmung übertrug sich auf europäische Highflyer. ASML, Infineon und STMicroelectronics verloren zwischen zwei und fünf Prozent — belastend auch für London, wenngleich der britische Index weniger tech-lastig ist als seine kontinentalen Pendants.
Nahost bleibt ein Unsicherheitsfaktor
Die geopolitische Lage sorgt weiter für Nervosität. Israel und der Libanon haben sich zwar auf einen neuen Anlauf zur Umsetzung ihrer Waffenruhe geeinigt, doch am Morgen gab es erneut Berichte über israelische Drohnenangriffe im Südlibanon. Für einen Markt wie den FTSE 100, der stark von internationalen Energie- und Rohstoffwerten abhängt, können geopolitische Eskalationen schnell preisbewegende Wirkung entfalten.
Auf der Gewinnerseite stand in Paris der Spirituosenhersteller Rémy Cointreau mit einem Kursanstieg von rund zehn Prozent nach einer überzeugenden Jahresbilanz. Diese Bewegung blieb aber ein kontinentales Phänomen — London profitierte davon nicht.
Der Druck aus dem Technologiesektor, kombinierter geopolitischer Unsicherheit und fehlenden positiven Impulsen aus dem heimischen Markt hält den FTSE 100 vorerst in der Defensive. Ob sich die Lage zum Wochenschluss entspannt, wird maßgeblich davon abhängen, wie die Wall Street heute Abend auf die jüngsten Technologiedaten reagiert.
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