FuelCell Energy: 200 Prozent in 30 Tagen, Analysten skeptisch

Die Aktie von FuelCell Energy steigt dank KI-Energiebedarf rasant, während Umsatz und Aufträge hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Die Kernpunkte:
  • Kursrallye von 200 Prozent in 30 Tagen
  • Umsatz verfehlt Analystenerwartungen deutlich
  • Projektpipeline wächst, feste Verträge fehlen
  • Kein Analyst empfiehlt aktuell den Kauf

Der Hunger nach Strom für Künstliche Intelligenz treibt die Aktien von Brennstoffzellen-Herstellern in neue Höhen. Bei FuelCell Energy klafft mittlerweile eine gewaltige Lücke zwischen der Börseneuphorie und der harten Realität der Bilanz. Marktbeobachter blicken zunehmend skeptisch auf die rasante Kursrallye.

In den vergangenen 30 Tagen schoss der Kurs um beeindruckende 200 Prozent nach oben. Am Freitag markierte das Papier bei 18,38 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch. Investoren setzen massiv darauf, dass klassische Stromversorger den gewaltigen Energiebedarf neuer KI-Rechenzentren nicht decken können.

Maßgeschneidert für Rechenzentren

Um diesen Markt zu bedienen, präsentierte das Unternehmen im März einen standardisierten 12,5-Megawatt-Kraftwerksblock. Die Anlage bündelt zehn Module und soll langwierige Genehmigungsverfahren umgehen. Die Strategie zeigt erste Wirkung auf dem Papier. Die Projektpipeline wuchs im Jahresvergleich um 275 Prozent, wobei der Großteil auf digitale Infrastruktur entfällt.

Hinter der Wachstumsfantasie stehen handfeste operative Probleme. Der Umsatz kletterte im ersten Quartal zwar auf 30,5 Millionen US-Dollar. Dieser Wert verfehlte die Markterwartungen von 42 Millionen Dollar allerdings deutlich. Parallel dazu verbuchte der Konzern einen zweistelligen Millionenverlust.

Auch der Auftragsbestand schrumpfte zuletzt auf 1,17 Milliarden Dollar. Das Management räumte ein, dass die viel beachteten Rechenzentrums-Projekte bisher nur diskutiert werden. Feste Verträge fehlen.

Analysten ziehen daraus drastische Konsequenzen. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei lediglich 8,24 US-Dollar. Aktuell rät kein einziger Experte zum Kauf der Aktie.

Bewährungsprobe im Juni

Für das laufende Geschäftsjahr plant FuelCell Investitionen von bis zu 30 Millionen Dollar in den Ausbau der Produktion am Standort Torrington. Das Werk soll mittelfristig deutlich mehr Kapazität liefern.

Ob sich diese Ausgaben rentieren, muss das Management zeitnah belegen. Am 5. Juni stehen die Zahlen für das zweite Quartal an. Spätestens dann fordert der Markt handfeste Vertragsabschlüsse statt reiner Absichtserklärungen, um die hohe Bewertung der Aktie zu rechtfertigen.

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