Fuelcell Energy Aktie: Siemens steigt ein

Siemens steigt bei FuelCell Energy ein. Die Kooperation zielt auf große Rechenzentrumsprojekte und gibt der volatilen Aktie neuen Auftrieb.

Die Kernpunkte:
  • Siemens wird strategischer Partner
  • Fokus auf Rechenzentren über 100 MW
  • Kapitalerhöhung belastete zuvor Kurs
  • Exportfinanzierung für Südkorea gesichert

FuelCell Energy ist an der Börse für heftige Ausschläge bekannt – zweistellige Tagesbewegungen gehören fast zum Alltag. Nach dem Kursdruck einer jüngsten Kapitalerhöhung liefert der Brennstoffzellen-Spezialist nun einen Grund zum Aufatmen: Ein prominenter Industriepartner steigt ins Geschäft ein.

Siemens liefert die Elektrik

FuelCell Energy und Siemens haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um Brennstoffzellen-basierte Stromerzeugung gemeinsam voranzutreiben. Siemens übernimmt dabei Entwurf und Lieferung der elektrischen Balance-of-Plant-Systeme – jener Infrastruktur, die eine Brennstoffzellenanlage erst ans Stromnetz anbindet. Ziel ist die Beschleunigung kommerzieller Projekte mit einer Leistung von über 100 Megawatt, mit besonderem Fokus auf Rechenzentren.

Die Kooperation reicht von gemeinsamer Projektentwicklung über Engineering bis zur Lieferung kompletter dezentraler Energiesysteme – inklusive Batteriespeicher, Mikronetzsteuerung und Mittelspannungsanlagen. Für FuelCell Energy ist das strategisch bedeutsam: Der Konzern positioniert sich damit stärker als Anbieter schlüsselfertiger Lösungen für energiehungrige Rechenzentrumskunden, statt nur einzelne Komponenten zu liefern.

Volatiles Umfeld

Der Deal kommt zu einem Zeitpunkt, in dem die Aktie ordentlich durchgeschüttelt wurde. Erst platzierte das Unternehmen eine auf 225 Millionen Dollar aufgestockte Kapitalerhöhung zu 21 Dollar je Aktie, was Abgabedruck auslöste. Die Titel fielen zuletzt binnen einer Woche um rund 29 Prozent auf 22,55 Dollar – bleiben damit aber immer noch rund 325 Prozent über dem Niveau vor einem Jahr.

Zusätzlich verkaufte Firmenmanager Shankar Achanta, Chief Product and Technology Officer, Anfang Juli Aktien im Wert von 71.775 Dollar im Rahmen eines zuvor festgelegten Handelsplans. Parallel sorgte die US-Exportbank für positive Nachrichten: Sie genehmigte eine Finanzierung über 49 Millionen Dollar zur Unterstützung der Lieferung von fünf Brennstoffzellen-Blöcken nach Südkorea, wovon die erste Tranche rund 22 Millionen Dollar an Nettoerlösen bringt.

Die Kombination aus frischem Kapital, gesicherter Exportfinanzierung und der neuen Siemens-Partnerschaft gibt FuelCell Energy nun drei parallele Stützen, um das angepeilte Wachstum im Rechenzentrumsgeschäft umzusetzen. Wie schnell aus der Absichtserklärung mit Siemens konkrete Projektaufträge werden, dürfte sich in den kommenden Quartalsberichten zeigen.

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