Fujikura Aktie: 28,05 Euro Handelsschluss
Fujikura verzeichnet trotz optimistischer Gewinnprognose und hoher KI-Nachfrage einen drastischen Kursverlust von fast 15 Prozent in einer Woche.

- Wöchentlicher Kursrutsch von rund 15 Prozent
- Gewinnprognose Mitte Juni deutlich angehoben
- Starke Nachfrage nach Glasfaserkabeln für KI
- Hohe Volatilität und sensibles KGV belasten
Volle Auftragsbücher, aber ein kollabierender Kurs. Bei Fujikura klaffen operatives Geschäft und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Am Freitag fiel die Aktie an der Tokioter Börse um fast fünf Prozent. Der Abverkauf trifft das Herz der globalen KI-Infrastruktur.
Zuvor brach das Papier um über sechs Prozent ein. An den deutschen Handelsplätzen beendete die Aktie den Handel bei 28,05 Euro. Auf Wochensicht stürzte der Kurs damit um 14,99 Prozent ab.
Auf Monatssicht rettet der Wert noch ein knappes Plus von 5,51 Prozent. Der Absturz erfolgt in einem schwachen Marktumfeld. Schwergewichte wie Advantest und Tokyo Electron verzeichnen ebenfalls deutliche Verluste. Der japanische Leitindex gibt unter dem Einfluss negativer US-Vorgaben kräftig nach.
KI-Boom füllt die Kassen
Dieser Rückschlag überrascht. Erst Mitte Juni hob Fujikura die operative Gewinnprognose für das Gesamtjahr drastisch an. Der Vorstand erwartet nun 310 Milliarden Yen. Das sind rund 47 Prozent mehr als zuvor geplant.
Haupttreiber ist die gigantische Nachfrage nach Glasfaserkomponenten. US-Technologiekonzerne bauen massiv neue KI-Rechenzentren. CEO Naoki Okada meldet Bestellungen von fast allen großen US-Cloud-Anbietern.
Das Unternehmen nutzt diese Marktmacht konsequent. Fujikura erhöht aktuell die Preise für seine hochverdichteten Glasfaserkabel. Diese Kabel verbinden Grafikprozessoren in den KI-Clustern. Die Datenmengen übersteigen dort klassische Cloud-Anwendungen bei weitem.
Überhitzung abgebaut
Die Kursschwankung schlägt sich in einer annualisierten Monatsvolatilität von 146,03 Prozent nieder. Aus technischer Sicht kühlt das Papier spürbar ab. Der 14-Tage-RSI fiel zuletzt auf 44,7. Die Aktie verlässt damit die extreme Kaufzone aus dem Vormonat.
Operativ stellt das Management die Weichen auf Wachstum. Fujikura plant eine Verdreifachung der Glasfaser-Produktion in Japan und den USA. Langfristig stützt der massive KI-Ausbau das Geschäftsmodell.
Kurzfristig bleibt die Lage angespannt. Die Aktie weist ein deutlich überdurchschnittliches Kurs-Gewinn-Verhältnis auf. Die Folge: Das Papier reagiert extrem empfindlich auf globale Zinssorgen. Setzt sich der Ausverkauf an der Wall Street fort, dürfte die Aktie ihre restlichen Monatsgewinne rasch abgeben.
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