Fujikura Aktie: 40-Prozent-Crash nach Prognose-Schock
Fujikura verliert nach schwacher Prognose für 2028 massiv an Wert. Analysten hatten deutlich höhere operative Ergebnisse erwartet.

- Kurssturz von knapp 40 Prozent
- Prognose verfehlt Analystenerwartungen deutlich
- Milliardeninvestitionen in Glasfaserproduktion geplant
- Bewertung bleibt trotz Einbruch ambitioniert
Nach einem der spektakulärsten Kursanstiege der jüngeren japanischen Börsengeschichte erlebt Fujikura gerade eine brutale Ernüchterung. Zwischen dem 19. und 25. Mai brach die Aktie des Glasfaserherstellers um knapp 40 Prozent ein — ausgelöst von einer einzigen Zahl, die nicht stimmte.
Prognose-Lücke als Auslöser
Der Kern des Problems: Fujikuras Management prognostizierte für das Geschäftsjahr 2028 ein operatives Ergebnis von 315 Milliarden Yen. Analysten hatten rund 455 Milliarden Yen erwartet. Diese Lücke von 140 Milliarden Yen — gut 30 Prozent unter dem Konsens — reichte aus, um eine Verkaufswelle auszulösen, die rund 5,6 Billionen Yen an Marktkapitalisierung vernichtete.
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Der Rücksetzer trifft eine Aktie, die zuvor kaum zu bremsen war. In 2024 legte Fujikura über 400 Prozent zu, bis Ende 2025 kamen weitere 160 Prozent hinzu. Treiber war die explodierende Nachfrage nach Glasfaserkabeln und Hochgeschwindigkeitsverbindungen für KI-Rechenzentren. Der Markt hatte entsprechend hohe Erwartungen eingepreist — zu hoch, wie sich nun zeigt.
Bewertung bleibt ambitioniert
Trotz des Einbruchs ist die Aktie alles andere als günstig. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei rund 58,5 — gegenüber einem Branchendurchschnitt von 14 im japanischen Elektrobereich. Manche Analysten halten ein KGV von etwa 49 für gerechtfertigt, gemessen am aktuellen Ertragsprofil. Der Markt preist also weiterhin eine erhebliche Wachstumsprämie ein.
Zu beachten: Seit dem 1. April 2026 gilt ein Aktiensplit im Verhältnis 1:6. Die aktuellen Kursniveaus — am Freitag eröffnete die Aktie bei 5.044 Yen — sind damit nicht direkt mit älteren Notierungen vergleichbar.
Milliarden-Investitionen trotz Dämpfer
An seiner Investitionsstrategie hält Fujikura fest. Geplant sind bis zu 300 Milliarden Yen, um die Glasfaserproduktion zu verdreifachen. Den Löwenanteil — bis zu 260 Milliarden Yen — investiert das Unternehmen in den USA, um die Nachfrage nordamerikanischer Rechenzentren zu bedienen. Weitere 40 Milliarden Yen fließen in Japan in den Ausbau des Werks in Sakura, Präfektur Chiba.
Parallel dazu reformiert Fujikura seine Unternehmensführung: Der Abschlussprüfer wechselt, die Vergütungsstruktur für Vorstände wird auf ein neues Restricted-Stock-Programm umgestellt. Beides soll Führungsanreize stärker an langfristigen Aktionärsinteressen ausrichten.
Die Strategie, die das Management als „offensive Selektivität“ bezeichnet, konzentriert sich auf hochdichte Faserprodukte wie Spider Web Ribbon und Wrapping Tube Cable — Komponenten, die in KI-Rechenzentren zunehmend gefragt sind. Ob die Investitionswelle bis 2030 die erhofften Erträge liefert, wird der Markt an den nächsten Quartalszahlen messen.
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