Fujikura Aktie: 72 Prozent Gewinnsprung auf 157 Mrd. Yen

Fujikura plant radikalen Umbau der Führungsstruktur und neues Vergütungssystem trotz Rekordzahlen und Kursrutsch.

Die Kernpunkte:
  • Rekordumsatz und Gewinnsprung
  • Kursverlust trotz starker Zahlen
  • Neues Vergütungssystem geplant
  • Wechsel des Wirtschaftsprüfers nach 63 Jahren

Starke Zahlen, schwache Kurse. Bei Fujikura klaffen Realität und Stimmung derzeit weit auseinander. Der Glasfaserspezialist steht vor seiner Hauptversammlung am 26. Juni. Auf der Agenda steht ein umfassender Umbau der Führungsstrukturen. Das Management muss das Vertrauen der Aktionäre zurückgewinnen.

Rekordjahr trifft auf Vorsicht

Das abgelaufene Geschäftsjahr lieferte Bestmarken. Der Umsatz stieg um fast 21 Prozent auf 1,18 Billionen Yen. Der Nettogewinn kletterte sogar um 72 Prozent auf 157 Milliarden Yen.

Aktionäre reagierten im Mai dennoch mit einem massiven Ausverkauf. Der Grund liegt im verhaltenen Ausblick. Für das laufende Jahr rechnet der Vorstand mit einem Gewinnrückgang von 0,7 Prozent. Investoren hatten deutlich mehr erwartet.

Die Quittung zeigt sich auf dem Kurszettel. Auf Monatssicht verzeichnet das Papier ein Minus von rund 16 Prozent.

In den vergangenen sieben Tagen setzte eine Gegenbewegung ein. Der Kurs erholte sich um gut 12 Prozent auf 25,02 Euro. Eine extreme Volatilität von 129 Prozent prägt den Handel.

Neues Vergütungssystem

Am 26. Juni stimmen die Aktionäre über eine neue Vorstandsvergütung ab. Das Unternehmen koppelt die Bezahlung künftig direkt an die Aktienkursentwicklung. Das Management erhält dafür gesperrte Aktien.

Die Obergrenze liegt bei 500 Millionen Yen oder 212.000 Aktien pro Jahr. Das alte System läuft aus, sobald die Aktionäre zustimmen. Das Ziel: Die Interessen von Führungsebene und Anteilseignern sollen verschmelzen.

Prüferwechsel nach sechs Jahrzehnten

Das Unternehmen tauscht auch die Kontrolleure aus. Fujikura trennt sich von PricewaterhouseCoopers. Die Prüfgesellschaft begleitete den Konzern seit mindestens 1963. Künftig übernimmt Deloitte Touche Tohmatsu die Bilanzen. Der Aufsichtsrat erhofft sich davon eine frischere Perspektive.

Aktionäre dürfen sich parallel dazu über einen Geldregen freuen. Das Management verdoppelt die Jahresdividende auf 225 Yen je Aktie. Die Ausschüttungsquote steigt damit auf 40 Prozent.

Insgesamt fließen 220 Milliarden Yen an die Investoren. Das Geld landet kurz nach der Hauptversammlung am 29. Juni auf den Konten.

KI-Boom als Treiber

Trotz der kurzfristigen Kursschwankungen bleibt das Fundament intakt. Fujikura investiert massiv in den Ausbau seiner Glasfaserkabel-Produktion. Diese Kabel sind für neue KI-Rechenzentren unverzichtbar. Der Konzern nimmt dafür in den nächsten drei Jahren 530 Milliarden Yen in die Hand.

Das Management ruft bereits die vierte Gründung des Unternehmens aus. Bis 2035 plant Fujikura einen Umsatz von 2,8 Billionen Yen. Der operative Gewinn soll auf 580 Milliarden Yen steigen.

Analysten bewerten diese Strategie positiv. Von zwölf Experten raten neun zum Kauf der Aktie. Kein einziger Analyst empfiehlt den Verkauf. Der Konsens lautet auf „Strong Buy“.

Der nächste Katalysator folgt im August. Dann präsentiert Fujikura die Zahlen für das erste Quartal. Ein starkes Ergebnis könnte den aktuellen RSI-Wert von 40,7 schnell nach oben treiben und den Erholungskurs bestätigen.

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